Zu hoher Blutdruck? Hypertonie!
In Deutschland leiden mehr als 16 Millionen Menschen an der Volkskrankheit Bluthochdruck; 20 bis 30 Prozent aller Erwachsenen sind betroffen, bei Senioren vom 60. Lebensjahr an sind es sogar mehr als 40 Prozent. Als Folge drohen Schlaganfälle und Herzerkrankungen, aber auch Durchblutungsstörungen, Nierenversagen, Blindheit oder Demenz (Alzheimer). Die Deutschen haben damit das höchste Risiko für Hypertonie weltweit. Das Fatale an der Hypertonie: Die wenigsten Patienten spüren einen zu hohen Blutdruck.
Der heutige Mensch bewegt sich im Schnitt nur 20 Minuten am Tag, sitzt dafür fünf Stunden vor dem Fernsehen. Die Folgen sind bekannt: Übergewicht, Herzprobleme, Diabetes. Neun von zehn Schlaganfällen und Herzinfarkten könnten verhindert werden. Durch mehr Bewegung! Bewegung zählt zu den besten Möglichkeiten, sich sowohl wirkungsvoll vor Herzkreislauf-Erkrankungen zu schützen, als auch z.B. Bluthochdruck zu behandeln. Wenn der Hochdruck bereits zur Gefahr wurde, beginnt Bewegung in speziellen Herzsportgruppen mit Gymnastik, gefolgt von Dehnübungen. Dann wird auf dem Ergometer gestrampelt. Alternativ wird gewalkt, gejoggt, geschwommen. Zum Schluss folgen Entspannungsübungen, z.B. Yoga.
Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) ist international definiert als Erhöhung des Blutdrucks auf mindestens 140/90 mmHg.
Bei 90% der Betroffenen lässt sich keine Ursache für die erhöhten Blutdruckwerte feststellen. In diesem Fall spricht man von einer primären oder essentiellen Hypertonie. Bei den übrigen 10% ist die Hypertonie eine Folge von bestimmten Grunderkrankungen oder Medikamenten (sekundäre Hypertonie).
Der ideale Blutdruck liegt nach Angaben der Hochdruckliga bei 120/80 mmHg. Von Bluthochdruck (Hypertonie) spricht man, wenn der Druck in den Arterien krankhaft auf einen systolischen Wert (“Anspannung”) von über 140 mmHg und einen diastolischen Wert (“Entspannung”) über 90 mmHg gesteigert ist. Mehr über Bluthochdruck, der im Volksmund auch einfach nur “Blutdruck” oder auch Hochdruck genannt wird, erfahren Sie hier auf dieser WebSite. Fachkreise (Ärzte, Apotheker etc.) sprechen gerne von “Hypertonie”. Die Blutdruckmessung ist ein zentrales Element der Diagnose.
Bluthochdruck ist eine Volkskrankheit und ein wichtiger Risikofaktor für Gefäßerkrankungen, Nieren- und Herzschwäche. Da Bluthochdruck lange Zeit keine Beschwerden verursacht, wird die Erkrankung meist erst spät entdeckt. Knapp die Hälfte aller Todesfälle in Deutschland sind die Folge eines Bluthochdrucks – das sind mehr als 400.000 Todesfälle jährlich.
Neben Bewegungsmangel spielt häufig auch der Salzkonsum in der Ernährung eine unterschätzte Rolle. Experten empfehlen eine Tageszufuhr an Salz von fünf bis sechs Gramm. Aber schon ein bis 1,5 Gramm gelten als ausreichend. Der tatsächliche Konsum liegt deutlich darüber, bei männlichen Jugendlichen sogar um zehn Gramm Salz am Tag. Drei Viertel der täglichen Zufuhr nehmen wir durch „versteckte Salze“ in zusammengesetzten Lebensmittel zu uns. Doch meistens können die Verbraucher leider gar nicht erkennen, wie viel Salz in den Lebensmitteln steckt. Fertiggerichte sind in der Regel besonders stark gesalzen.
Zu hohes Cholesterin und Bluthochdruck gelten als die wichtigsten Risikofaktoren für die Entstehung der Arteriosklerose. Besonders der Hochdruck führt häufig zur Ausbildung einer schweren endothelialen Dysfunktion. Eine vermehrte Produktion freier Sauerstoffradikale in der Gefäßwand, so genannter oxidativer Stress, ist hierbei ausschlaggebend. Im Übermaß schädigen diese gesunde Zellen wie die Endothelzellen.
Eine Änderung der Lebensgewohnheiten ist die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Bluthochdrucktherapie.
Allein hierdurch kann eine medikamentöse Therapie, die natürlich immer das Risiko von Nebenwirkungen birgt, oft vermieden oder zumindest minimiert werden.
- Abbau von Übergewicht (BMI<25 kg/m2) (Blutdrucksenkung pro kg Gewichtsverlust ca. 2 mmHg)
- gesunde Ernährung; natriumarm (d.h. salzarm); Fertiggerichte, gepökelte Fleischwaren und Räucherwaren meiden
- ausreichende Bewegung
- Rauchen einschränken oder besser noch ganz einstellen
- Kaffee in Maßen (max. 4 Tassen täglich!)
- Alkohol in Maßen
- Stress abbauen (z.B. auch durch Yoga und/oder Entspannungsübungen)
- Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen
Behandlung
Wenn das alles nichts nützt, muss der Bluthochdruck medikamentös behandelt werden.
Metabolisches Syndrom
Die meisten Menschen bewegen sich zu wenig und essen zu viel. Das Bauchfett wächst und dies hat verheerende Folgen für den Stoffwechsel und kann schließlich zum metabolischen Syndrom (gleichzeitiges Auftreten von Übergewicht, erhöhten Blutfettwerte, Bluthochdruck und Störungen des Zuckerstoffwechsels) führen. Schätzungsweise sind bereits 20 bis 30 Prozent der Mitteleuropäer davon betroffen.
Der Herr oben rechts auf dem Sprungbrett ist ein typischer Vertreter dieses Patiententyps. Mehr zum Thema “Metabolisches Syndrom” lesen Sie hier.
Rauchen, arterielle Hypertonie und zu hohe Cholesterinwerte senken die Lebenserwartung eines 50-Jährigen im Durchschnitt um 9 Jahre. Wenn noch ein Prädiabetes oder Typ-2-Diabetes mellitus, ein schlecht bezahlter Job und Gewichtsprobleme hinzukommen, gehen bis zu 15 Jahre verloren. Dies geht aus einer prospektiven Kohortenstudie im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2009; 339: b3513) hervor.
Vergleichende Nutzenbewertung verschiedener antihypertensiver Wirkstoffgruppen
Lesen Sie hier die Kurzfassung des Abschlussberichtes A05-09 des Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG – Pressemeldung); Antihypertensive Wirkstoffgruppen als Therapie der ersten Wahl – Vergleichende Nutzenbewertung verschiedener antihypertensiver Wirkstoffgruppen als Therapie der ersten Wahl bei Patienten mit essentieller Hypertonie (Version I vom15.07.2009).
Wissen
Bluthochdruck ist vermeidbar! Etwa 78 Prozent aller Bluthochdruck-/Hypertonie-Erkrankungen könnten durch einen gesunden Lebensstil verhindert werden. Schwangerschaft: Obwohl viele schwangere Frauen trotz eines hohen Blutdruckes gesunde Kinder ohne irgendwelche Probleme bekommen, kann der Hochdruck sowohl für die Mutter als auch für den Fötus gefährlich sein.
Lexikon
Ein kleines Nachschlagewerk mit den wichtigsten medizinischen Fachausdrücken finden sie “hier im Lexikon”.

