Medikamentöse Behandlung


Grundsätzlich muss neben der medikamentösen Therapie immer auch eine Anpassung der Lebensgewohnheiten erfolgen.

Auf folgende Verhaltensweisen soll besonders geachtet werden:

  • Stoppen (nicht bloss Reduktion) des Nikotinkonsums.
  • Bei der Ernährung ist auf eine ausgeglichene, salzarme, aus möglichst wenig tierischen Fetten bestehende Ernährung mit viel Gemüse und Früchten zu achten.
  • Außerdem ist der Alkoholkonsum auf 0,5 Liter Bier oder 0,3 Liter Wein pro Tag einzuschränken.
  • Nicht weniger wichtig ist auch eine regelmässige körperliche Aktivität, welche bevorzugt im Rahmen eines regelmässigen Ausdauertrainings erfolgen sollte. So kann sie beispielsweise aus mindestens 3x 20 Minuten marschieren, joggen, Fahrrad fahren oder schwimmen pro Woche bestehen.

Die primäre Hypertonie kann nicht ursächlich behandelt und geheilt werden. Das Ziel der Behandlung ist der Schutz der durch den hohen Blutdruck gefährdeten Organe. Da die Krankheit an sich keine Symptome zeigt, ist es besonders wichtig, dass die verwendeten Medikamente keine Nebenwirkungen verursachen.

Bei der medikamentösen Therapie werden Blutdruckwerte von <135/85 mmHg angestrebt. Dabei wird der Blutdruck schrittweise diesem gewünschten Wert angenähert. Bevorzugt wird eine Kombination von Medikamenten verwendet. Dadurch müssen die einzelnen Medikamente weniger hoch dosiert werden, was die Nebenwirkungen der einzelnen Präparate erheblich reduziert. Die wichtigsten Vertreter dieser Medikamente werden in der Folge kurz vorgestellt:

ACE-Hemmer (Angiotensin converting enzyme-Hemmer):

Dies sind Medikamente, die den Gefässwiderstand im Körper senken und so das vorwärts Pumpen in die Hauptschlagader erleichtern. Die ACE- Hemmer blockieren die Herstellung eines Hormons, welches die Arterien verengt. Gleichzeitig reduzieren sie die Umbauprozesse die im Herzmuskel ablaufen. Die bekanntesten Vertreter der ACE-Hemmer sind die Wirkstoffe Captopril, Enalapril, Lisinopril, Perindopril, Trandolapril und Ramipril. Mehr über ACE-Hemmer finden Sie hier.

Angiotensin II- Antagonisten (Angiotensin II- hemmende Medikamente, Angiotensin-Rezeptorblocker, oder auch “Sartane”):

Diese Medikamente hemmen nicht wie die ACE- Hemmer die Herstellung, sondern die Wirkung des Hormons Angiotensin II, welches die Arterien verengt. Mehr über Sartane finden Sie hier.

Beta-Blocker (Beta-Rezeptoren blockierende Medikamente):

Die Beta-Blocker verhindern ein Wirken der Stress-Hormone an den Gefässen sowie am Herzmuskel und verlangsamen so die Herzfrequenz. Dies ermöglicht eine bessere Durchblutung des Herzmuskels und führt zu einem Absinken des Blutdruckes in den Gefässen. Auch Beta-Blocker haben wie die ACE-Hemmer einen günstigen Einfluss auf die im Herzmuskel stattfindenden Umbauprozesse. Mehr über Beta-Blocker finden Sie hier.

Diuretika (Wasser treibende Medikamente):

Sie helfen die überschüssige Flüssigkeit auszuscheiden, die im Gewebe eingelagert worden ist. Damit kann die gesamte Flüssigkeitsmenge in den Gefässen und somit das zu befördernde Blutvolumen reduziert und das Herz entlastet werden. Mehr über Diuretika finden Sie hier.

Kalzium-Antagonisten (Kalziumkanalblocker):

Die Kalzium-Antagonisten hemmen die Aktivität der Gefässmuskulatur. Damit wird der Gefässdurchmesser grösser und der Blutdruck sinkt. Mehr über Kalzium-Antagonisten finden Sie hier.

Vergleichende Nutzenbewertung verschiedener antihypertensiver Wirkstoffgruppen

Lesen Sie hier die Kurzfassung des Abschlussberichtes “Blutdruckmittel im Vergleich des Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG); Antihypertensive Wirkstoffgruppen als Therapie der ersten Wahl – Vergleichende Nutzenbewertung verschiedener antihypertensiver Wirkstoffgruppen als Therapie der ersten Wahl bei Patienten mit essentieller Hypertonie. (Version I vom 15.07.2009)


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