Am 12. März 2009 ist Weltnierentag

2. März 2009 | Kategorie: Uncategorized
             

Informationskampagne der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie und Deutsche Nierenstiftung zum Weltnierentag 2009

Am 12. März ist Weltnierentag. Ziel des Aktionstages ist, der Allgemeinbevölkerung nahe zubringen, wie wichtig die Nierenfunktion für die Gesundheit ist und wie man Nierenerkrankungen vorbeugt. Dieses Jahr wurde der Weltnierentag unter das Motto “Blutdruck senken, Nierenfunktion erhalten” gestellt. Damit ist eine wichtige Präventionsmaßnahme prägnant zusammengefasst, denn Nierengesundheit und Bluthochdruck bedingen sich gegenseitig:

Einerseits kann eine Nierenerkrankung die Ursache für Bluthochdruck sein, andererseits ist Bluthochdruck der bedeutsamste Faktor, der ein chronisches Nierenversagen vorantreibt. Menschen mit Bluthochdruck sollten regelmäßig ihre Nierenfunktion überprüfen lassen, damit ein Nierenfunktionsverlust rechtzeitig erkannt und behandelt werden kann.

Dann ist eine Senkung des Blutdrucks auf unter 125/75 mmHg ratsam. Das reduziert nicht nur das Herz-Kreislauf-Risiko, sondern verzögert auch den weiteren Verlust der Nierenfunktion, kann ihn mitunter sogar gänzlich stoppen. Eine richtige Blutdruckeinstellung ist ein aktiver Nierenschutz!

Durch die Kooperation mit zehn Landesapothekerverbänden konnte eine umfassende Flyer- und Plakataktion zum Weltnierentag realisiert werden. Ab Mitte Februar liegen Informationsflyer aus in Apotheken in Baden-Württemberg, Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, einem Großteil von Nordrheinwestfalen, Saarland, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Schleswig-Holstein.

Blutdruck und Nieren – ein verhängnisvolles Zusammenspiel

Nieren und Blutdruck beeinflussen sich gegenseitig und können einander sehr schaden: Die meisten Nierenerkrankungen gehen mit hohem Blutdruck einher und umgekehrt haben Menschen mit Bluthochdruck (Hypertonus) ein erhöhtes Risiko, schwer nierenkrank zu werden. Die Ursachen für diese Wechselbeziehung liegen in der Steuerung des Blutdrucks und des Flüssigkeitshaushaltes durch die Hormon- und Urinproduktion der Niere; so führt eine Niereninsuffizienz unter anderem zur Flüssigkeits- und Drucküberlastung im Blutkreislauf. Ein Hypertonus wiederrum belastet die feinsten Blutgefäße der Nieren, so dass sie auf Dauer zerstört werden.

In Deutschland ist ein Viertel aller Menschen von Bluthochdruck betroffen, jenseits der Fünfzig fast jeder Zweite. Da diese Erkrankung meist symptomlos verläuft, wissen jedoch die wenigsten Patienten davon und dass ihnen mit der Zeit schwere gesundheitliche Komplikationen drohen.

Akute Beschwerden kann Bluthochdruck manchmal durch Kopfschmerzen, Schwindel oder Nasenbluten machen, schwere “Hochdruck-Krisen” können zusätzlich zu Übelkeit und Augenflimmern führen. Dies ist aber alles eher selten, meist fühlt man sich mit Bluthochdruck durchaus wohl, so dass viele Betroffene nicht den Arzt konsultieren. Dabei handelt es sich regelrecht um eine “Zeitbombe”, mit der man da lebt. Die hochdruckbedingten Langzeitfolgen sind Blutgefäßschäden, die mit Herzinfarkt, Schlaganfall und Herzversagen enden können, aber auch zur sogenannten Schaufensterkrankheit (schmerzende Beine beim Gehen und Laufen), zu Augenschäden, Demenz und Nierenversagen (bis zur Dialysepflicht) führen können. Noch gefährlicher wird es, wenn Rauchen und Zuckerkrankheit hinzukommen.

Nierenschäden sind übrigens eine häufige Todesursache bei Menschen mit Bluthochdruck und Diabetes. Beinahe die Hälfte aller Todesfälle in Deutschland wird durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursacht, die wiederrum mit Bluthochdruck zusammenhängen.

Die Ursachen der Hypertonie sind vielfältig – “Veranlagung” und “schlechte” Lebensgewohnheiten wie Bewegungsmangel, Rauchen, ungesunde Ernährung spielen eine Rolle. Zusätzliche “Volks- oder Zivilisationskrankheiten” (z.B. Übergewicht, Zucker- oder Fettstoffwechselstörungen) steigern das Risiko.

Eine gesunde Lebensweise kann dem Bluthochdruck vorbeugen und bessern, jedoch ist bei den meisten Betroffenen eine medikamentöse Dauertherapie notwendig, um langfristig Schäden zu verhüten. Ein optimaler Blutdruck liegt bei maximal 120/80 mmHg. Werte über 120 mmHg für den oberen (systolischen) oder höher als 80 mmHg für den unteren (diastolischen) Messwert sind schon kontrollbedürftig und bei Werten von über 140 mmHg systolisch (oder über 90 mmHg diastolisch) spricht man vom Hypertonus (Hypertonie). Bluthochdruck ist heute gut behandelbar, die Vielzahl verschiedener Medikamente lässt für jeden Patienten eine gut verträgliche Behandlung finden. Die Basistherapie sollte einen sogenannten Hemmer des Renin-Angiotensin-Systems (ACE-Hemmer oder Angiotensin-Rezeptor-Blocker/ARB) beinhalten. Renin ist das von der Niere produzierte Blutdruck-Hormon. Diese Präparate senken nicht nur den Blutdruck, sondern haben zusätzlich einen spezifischen Schutzeffekt auf die Nierenfunktion. Sie können bei Bedarf (z.B. bei Niereninsuffizienz) auch hochdosiert und kombiniert eingesetzt werden.

Gerade bei Nierenkranken ist die Hypertonie-Behandlung nicht immer einfach, wird häufig vernachlässigt und sollte daher gegebenenfalls vom Nephrologen (Nierenspezialist) durchgeführt werden, denn die effektive Blutdruckeinstellung ist eine entscheidende Grundlage, um den Krankheitsverlauf zu bremsen und das dialysefreie Leben zu verlängern.

Leider ist in der Bevölkerung viel zu wenig über die Wechselwirkung zwischen Bluthochdruck und Niere bekannt, so dass der Weltnierentag eine gute Gelegenheit ist, auf solche Zusammenhänge hinzuweisen – zur Erhaltung der eigenen Gesundheit.

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