Nierenversagen

Unsere Nieren sind nicht nur für einen ausgeglichenen Flüssigkeitshaushalt verantwortlich, sondern übernehmen eine Vielzahl von lebenswichtigen Aufgaben:

  • Die Niere dient dem Körper als “Klärwerk”: Abfallprodukte des Stoffwechsels (= harnpflichtige Substanzen) aber auch Medikamentenreste werden aus dem Blut gefiltert und über den Urin ausgeschieden,
  • sie ist – durch das Hormon Renin – an der Regulation unseres Blutdrucks beteiligt,
  • sie veranlasst durch das Hormon Erythropoetin die Produktion roter Blutkörperchen und
  • regelt den Säuren-Basen-Haushalt.

Der Funktionsverlust der Niere wird auch als “Niereninsuffizienz” bezeichnet. Tritt die Niereninsuffizienz plötzlich und zeitlich begrenzt auf, so wird sie als “akut” bezeichnet. Vollzieht sich der Verlust langsam über längere Zeit, so spricht man von “chronisch”.

Der häufigere Weg ist, dass Bluthochdruck zu einer Nierenschädigung führt. Es kann aber auch umgekehrt sein: Eine geschädigte Niere lässt automatisch auch den Blutdruck steigen. Das Risiko eines langsam fortschreitenden Nierenversagens ist bei Diabetikern besonders hoch. Ursächlich für einen langsamen Funktionsverlust sind meist andere chronische Erkrankungen. Im Einzelnen sind dies:

  • Diabetische Nephropathie (Nierenschädigung durch Diabetes mellitus) in über 20% der Fälle
  • Chronische Glomerulonephritis (chronische Entzündung der Glomeruli) in ca. 20% der Fälle
  • Interstitielle Nephritis und chronische Pyelonephritis (chronische Nieren- und Nierenbeckenentzündungen) in ca. 15% der Fälle
  • Hypertone vaskuläre Nephropathie (Nierenschädigung durch Bluthochdruck) in ca. 10% der Fälle
  • Polyzystische Nephropathie (angeborene Nierenfehlbildungen mit zahlreichen Zysten) in ca. 10% der Fälle; die Grunderkrankung führt in der Regel ab dem 40. Lebensjahr zur Niereninsuffizienz
  • Analgetikanephropathie (Schädigung durch chronischen Schmerzmittelmissbrauch) in ca. 5% der Fälle
  • Systemerkrankungen in ca. 5% der Fälle; zu nennen sind hier Vaskulitiden (Erkrankung der Blutgefäße inklusive Nierengefäße) oder der systemische Lupus erythematodes (SLE), SLE ist eine Bindegewebserkrankung, die auch die Nieren betrifft
  • nicht klassifizierte Ursachen in ca. 15% der Fälle

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