Deutsche wissen, was gesund ist!

24. August 2011 | Kategorie: News, Schlaganfall
             

Ergebnisse des 1. Schlaganfall-Barometer

Fast 60 Prozent der Deutschen bewerten die Qualität der medizinischen Versorgung in Deutschland als eher gut bis sehr gut, rund 30 Prozent sind unentschieden in ihrer Bewertung, knapp 11 Prozent finden die Versorgung eher schlecht oder sehr schlecht. Unter den Privatversicherten ist die Zufriedenheit deutlich höher als unter gesetzlich Versicherten. So gaben hier 22 Prozent an, sehr zufrieden zu sein, unter den gesetzlich Versicherten war dieser Anteil nur halb so groß. Verbesserungsbedarf sahen die Befragten vor allem bei Leistungen der Krankenkassen und Wartezeiten für weiterführende Behandlungen.

Rund ein Drittel der Bevölkerung informiert sich über Gesundheitsthemen zunehmend im Internet. Erwartungsgemäß sind es vorrangig die jüngeren Menschen, die das Medium nutzen. Von den über 65jährigen gaben annähernd 60 Prozent an, das Internet gar nicht für diese Zwecke zu nutzen. In der persönlichen Beratung spielt neben dem Arzt der Apotheker die wichtigste Rolle. 40 Prozent der Deutschen geben an, sich bei ihm Rat zu holen.

Überhaupt scheinen die Aufklärungskampagnen der vergangenen Jahre Früchte zu tragen. Den Schlaganfall hält nur noch eine Minderheit für einen unvermeidlichen Schicksalsschlag. Rund 72 Prozent gaben an, dass sie ihr persönliches Schlaganfall-Risiko selbst beeinflussen können. Dennoch erleiden in Deutschland jährlich mehr als 250.000 Menschen einen Schlaganfall. Rund die Hälfte davon – manche glauben noch mehr – wäre nach Meinung vieler Präventionsexperten durch gesunde Ernährung, Bewegung und die Kontrolle von Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder Diabetes zu verhindern. Hier zeigt sich offensichtlich ein gesellschaftliches Kernproblem. Zwar erreichen die Informationen immer mehr Menschen, doch viel zu selten noch resultiert aus dem Wissen eine Änderung des Lebensstils.

Dass der Schlaganfall eine Volkskrankheit ist, beweist eine weitere Zahl: 45 Prozent der Deutschen gaben an, schon persönliche Erfahrungen mit einem Schlaganfall in Familie oder Bekanntenkreis gemacht zu haben. Hier spielt der Altersaspekt eine weniger große Rolle. Selbst der Anteil der unter 25jährigen ist mit rund 31 Prozent noch vergleichsweise hoch. Trotz dieses Wissens wird die Bedrohung durch den Schlaganfall noch immer unterschätzt. Nur 37 Prozent wissen, dass er die dritthäufigste Todesursache in Deutschland ist.

Betriebliches Gesundheitsmanagement scheint vielen Arbeitgebern offensichtlich noch nicht so wichtig. Jedenfalls bewerten die deutschen Arbeitnehmer die Fürsorge ihrer Arbeitgeber tendenziell eher negativ. 32 Prozent gaben an, dass sich ihr Arbeitgeber mehr oder weniger stark um ihre Gesundheitsfragen kümmert, 38 Prozent sahen hier kaum oder gar kein Engagement. Allerdings waren sich in diesem Punkt viele der Befragten auch unsicher, 30 Prozent äußerten sich unentschieden.

Das Schlaganfall-Barometer ist eine Befragung im Auftrag der Deutschen Schlaganfall-Hilfe, erstellt durch die Unternehmensgruppe Heitzig & Heitzig. Die Stiftung erfragt damit zweimal jährlich den Wissensstand der deutschen Bevölkerung rund um das Krankheitsbild Schlaganfall. Befragt werden bundesweit 1.000 zufällig ausgewählte Bundesbürger gemäß der Altersverteilung in der Bevölkerung. Die erste Befragung fand im Frühjahr 2011 statt.

Quelle: Deutsche Schlaganfall-Hilfe

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