DGIM bietet Medizin zum Anfassen: 9. Patiententag steht im Zeichen der Prävention

10. April 2015 | Kategorie: Erkrankungen
             

Wiesbaden – Wenn es nach dem neuen Präventionsgesetz geht, investieren Krankenkassen ab 2016 rund 490 Millionen Euro jährlich in Gesundheitsförderung. Denn dass Vorsorge Lebensqualität erhöht und Leben verlängert, ist sicher. Prävention ist deshalb ein Schwerpunkt des 9. Patiententages der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) und der Stadt Wiesbaden. Die Internisten weisen bereits im Vorfeld darauf hin: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Demenz oder sexuellen Probleme im Alter lässt sich vorbeugen. Der Patiententag findet am Samstag den 11. April statt, der Besuch ist kostenfrei.

„Es wird immer deutlicher, dass ein gesunder Lebensstil Krankheiten verhindern kann“, sagt Professor Dr. med. Thomas Weber vom Institut für Arbeitsmedizin, Prävention und Gesundheitsförderung der HSK Dr. Horst Schmidt Kliniken Wiesbaden. Doch Risikofaktoren wie etwa Übergewicht nehmen in der Bevölkerung immer weiter zu. „Eine verhängnisvolle Abwärtsspirale, denn Übergewichtige werden auch eher zuckerkrank, entwickeln Bluthochdruck und hohe Blutfettwerte“, so Weber, der auf dem Patiententag eine Vortragsveranstaltung zum Thema Prävention moderiert. Obwohl sich viele Menschen der Risikofaktoren bewusst seien, kenne er kein Patentrezept dafür, sie zur Vorsorge zu bewegen. Auch deshalb sieht Weber es als Pflicht der Ärzte, immer wieder – so auch im Rahmen des Patiententags – zu betonen: „Bewegung, ausgewogene Kost, Alkohol nur mäßig, der Verzicht auf Zigaretten und ein Lebensstil mit der die richtige Balance zwischen Stress und Entspannung verlängern das Leben nicht nur – sie ermöglichen auch eine höhere Lebensqualität.“

Weit weniger bekannt ist, dass auch Gedächtnisverlust, Demenz und sexuelle Probleme im Alter sich durch den Lebensstil beeinflussen lassen. „Übergewicht und vor allem zu viel Bauchfett schwächen die Sexualität im Alter– auch von derartigen Erkenntnissen erhoffen wir uns Motivation für Patienten, ihren Lebensstil zu ändern“, sagt Weber. Für ausreichend Bewegung müssten Menschen keine sportlichen Höchstleistungen vollbringen. Alltagssportarten in Maßen, wie insgesamt zweieinhalb Stunden Joggen pro Woche, erzielten einen optimalen Effekt.

Gut und seriös sollten Patienten über ihre Gesundheit informiert sein, meint Dr. med. Norbert Schütz, Organisationsleiter des Patiententags. „Der Patiententag bietet deshalb Informationen außerhalb von Klinik und Praxis, um Menschen in einem zwanglosen Umfeld zu erreichen und Fragen zuzulassen, die sie sonst vielleicht nicht stellen würden“, sagt der Chefarzt Medizinische Klinik Krankenhaus Usingen, Hochtaunus-Kliniken. Gemeinsam mit der Stadt Wiesbaden organisiert die DGIM den Tag für Patienten im Vorfeld des 121. Internistenkongresses, der in diesem Jahr aufgrund des Neubaus der Rhein-Main-Hallen in Mannheim stattfinden wird. Ärzte und Selbsthilfegruppen informieren im Rathaus und auf dem Schloßplatz über neueste medizinische Erkenntnisse und laden zu Gesprächen ein – nicht zuletzt, um die Hemmschwelle vor dem Arztbesuch zu mindern. Den Auftakt des Patiententages bildet um 10.00 Uhr die Eröffnung durch den Oberbürgermeister der Landeshauptstadt, Sven Gerich, und den Vorsitzenden der DGIM, Professor Dr. med. Michael Hallek aus Köln.

Terminhinweise:
Samstag, 11. April 2015; 10.00 bis 17.00 Uhr
Patiententag in Wiesbaden
Ort: Rathaus/Schloßplatz; 65183 Wiesbaden

10.00 bis 10.30 Uhr, Foyer des Rathauses
Eröffnung des Patiententages
Sven Gerich, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Wiesbaden
Prof. Dr. Michael Hallek, Kongresspräsident
10.45 bis 12.45; Raum 301
Durch Prävention zum guten Leben
Moderation: Prof. Dr. Thomas Weber (Wiesbaden)

12.50 Uhr, Großer Festsaal
Verleihung des Förderpreises für Selbsthilfegruppen

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e. V.

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