Effektive Drucksenkung auch bei schwerer Hypertonie:

16. Februar 2011 | Kategorie: Sartane
             

Synergistisch wirksame Fixkombination erleichtert Arzt und Patient die Hochdrucktherapie

Eine wirksame Blutdrucksenkung zählt zu den effektivsten präventiven Maßnahmen in der Kardiologie: 10/5 mmHg Drucksenkung verhindern jeden fünften Herzinfarkt und vier von zehn Schlaganfällen. Mit der Fixkombination Telmisartan/Amlodipin (TWYNSTA®) lässt sich der Blutdruck um bis annähernd 50 mmHg systolisch senken, und das bei sehr guter Verträglichkeit. Dass dies auch der Compliance zugute kommt, einem wichtigen Erfolgsfaktor in der antihypertensiven Therapie, erläuterte Dr. Gunther Claus, Asklepios Klinik Melsungen, beim „Refresher Allgemeinmedizin“ in Berlin.

Das Blutdruckziel „unter 140/90 mmHg“ erreichen die meisten Hypertoniker nur mit einer Kombinationstherapie. Dabei kommt es einerseits auf die blutdrucksenkende Potenz der eingesetzten Wirkstoffe an, andererseits unterscheiden sich die Substanzklassen aber auch in ihrer herz- und gefäßschützenden Wirksamkeit, wie mit der ACCOMPLISH-Studie klar wurde [1]. Darin reduzierte die Kombination eines Hemmstoffs des Renin-Angiotensin-Systems (RAS) mit einem Kalziumantagonisten bei vergleichbarer Blutdruckwirkung die Rate kardiovaskulärer Komplikationen um 20 Prozent verglichen mit der Kombination RAS-Hemmer/Diuretikum. „Man kann also davon ausgehen, dass RAS-Hemmer und Kalziumantagonist synergistisch wirken, RAS-Hemmer und Diuretikum eher nicht“, meinte Claus. In ihrem Wirkprofil ergänzen sich Sartan und Kalziumantagonist ideal: Während der Kalziumantagonist den Blutdruck durch arterielle Dilatation senkt, auch bei niedrigem Reninspiegel wirkt und die kardiale Ischämie verringert, blockiert der AT1-Antagonist das aktivierte RAS – laut Claus bei den meisten Patienten in Deutschland Ursache der Hypertonie.

Die synergistische Wirkung äußert sich bei TWYNSTA® in einer besonders starken Blutdrucksenkung: In der randomisierten Doppelblindstudie TEAMSTA severe HTN an 858 Patienten mit schwerer Hypertonie (>180 mmHg systolisch, >95 mmHg diastolisch) fiel der Blutdruck unter der Fixkombination um bis zu 50 mmHg [2]. Fast die Hälfte der mit TWYNSTA® behandelten Patienten erreichte eine derart starke Drucksenkung, deutlich mehr als unter hoch dosiertem Amlodipin alleine.

Die protektiven Eigenschaften beider Partner in der Fixkombination sind wissenschaftlich gut untermauert. So wurde Telmisartan aufgrund der Ergebnisse der ONTARGET-Studie als einziger AT1-Rezeptorantagonist zur Senkung der kardiovaskulären Morbidität bei Patienten mit nachgewiesener atherothrombotischer Erkrankung oder bei Typ 2-Diabetikern mit Endorganschäden zugelassen [3]. Auch Amlodipin wirkt nachweislich kardioprotektiv.

Ein wichtiger Aspekt, auch unter dem Gesichtspunkt der Compliance, ist laut Claus die gute Verträglichkeit der Kombination. Als Beispiel führte er die durch Kalziumantagonisten induzierten peripheren Ödeme an, die durch Kombination mit einem RAS-Hemmer deutlich verringert werden können. Der Grund liegt darin, dass der Kalziumantagonist selektiv die präkapillären Gefäße erweitert, so dass der Druck im Kapillarbett steigt. Der RAS-Hemmer stellt die postkapillären Gefäße weit und stellt so die Balance zwischen Zu- und Abfluss wieder her.

Das wurde für TWYNSTA® in einer Vergleichsstudie nachgewiesen, in der Patienten entweder 10 mg/Tag Amlodipin bekamen oder Telmisartan/Amlodipin in Dosierungen von 40-80 mg/5-10 mg pro Tag [4]. Unter der Kombination traten bei niedriger Amlodipin-Dosis 90 Prozent und bei hoher Amlodipin-Dosis über 70 Prozent weniger Ödeme auf. „Das ist nicht nur ein Studienresultat, das sehen wir auch in der Praxis“, bestätigte Claus.

Es gibt noch eine Reihe weiterer Faktoren, welche die Compliance stören können. Besonders häufig lassen alleinstehende Männer, die mitten im Leben stehen, Therapietreue vermissen, weil andere Dinge ihnen wichtiger erscheinen als der hohe Blutdruck. „Diese Patienten brauchen ein einfaches Therapieregime mit möglichst wenig Tabletten“, meinte Claus. Auch die Tatsache, dass die lange Halbwertszeit von Telmisartan und Amlodipin – bei beiden Substanzen die längste ihrer Klasse – zeitliche Ungenauigkeiten bei der Einnahme ausgleicht, kommt dem Therapieerfolg zugute: Selbst wenn die Einnahme einmal vergessen wird, droht kein Rebound-Blutdruckanstieg, so der Kardiologe.

Nationale und internationale Leitlinien empfehlen den Therapiebeginn mit einer Monotherapie nur noch, wenn der Blutdruck gering bis mäßig erhöht ist und der Patient ein geringes kardiovaskuläres Risiko aufweist [5]. Bei Patienten mit ausgeprägter Hypertonie (>160/100 mmHg) oder hohem kardiovaskulärem Risiko wird dagegen empfohlen, die Therapie mit einer Kombination zu beginnen. Nach Möglichkeit sollten dabei Fixkombinationen eingesetzt werden, um die Zuverlässigkeit der Medikamenteneinnahme zu fördern.

Bereits bei der Ersteinstellung des Blutdrucks – ob mit Einzelsubstanz oder Zweierkombination – sollte deshalb darauf geachtet werden, dass die eingesetzten Wirkstoffe auch in Fixkombination zur Verfügung stehen, riet Claus. So können Probleme bei eventueller Therapieumstellung vermieden werden, die Compliance und Therapieerfolg gefährden.
Mit TWYNSTA® ist zudem eine besonders wirtschaftliche Hochdrucktherapie möglich: Die Tagestherapiekosten liegen um bis zu 15,5 Prozent – und damit fast 20 Euro pro Quartal – unter denen anderer Sartan-Amlodipin-Fixkombinationen und auch unter denen der freien Kombinationen.

Referenzen
1. Jamerson K et al., NEJM 2008; 359: 2417-2428
2. Neutel JM et al., J Hypertens 2010; 28 (Suppl A): e46 (Abstr. HT.1.04)
3. The ONTARGET Investigators, NEJM 2008; 358: 1547-1559
4. Littlejohn TW et al. J Clin Hyperten 2009; 11: 1-7
5. Deutsche Hochdruckliga: Leitlinie zur Behandlung der arteriellen Hypertonie, Stand 2008. Download unter www.awmf.org

Quelle: Symposium von Boehringer Ingelheim: „Aktuelle Hypertonietherapie (bei schwer einzustellenden Hypertonikern)“, Forum für medizinische Fortbildung: Allgemeinmedizin Refresher. Berlin, 26. Januar 2011

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