Ergebnisse der ersten placebokontrollierten Meilenstein-Studie zu einem Angiotensin-II-Rezeptor-Blocker

1. September 2008 | Kategorie: Uncategorized
             

MICARDIS® (Telmisartan) senkt das Risiko von kardiovaskulär bedingtem Tod, Herzinfarkt und Schlaganfall bei Hochrisikopatienten mit ACE-Hemmer-Unverträglichkeit
TRANSCEND®, eine Parallelstudie zu ONTARGET®, bestätigt die langfristigen protektiven Wirkungen und das ausgezeichnete Verträglichkeitsprofil von Telmisartan 80mg (1) zusätzlich zur aktuell besten Standardtherapie

Die Ergebnisse der TRANSCEND®-Studie belegen, dass MICARDIS® 80mg (Telmisartan) bei kardiovaskulären Hochrisikopatienten das Risiko von kardiovaskulär bedingtem Tod, Herzinfarkt und Schlaganfall gegenüber Patienten, die bereits die beste Standardtherapie erhalten, um 13 Prozent senkt (p=0,048) – bezogen auf denselben Endpunkt, der in der Meilenstein-Studie HOPE, veröffentlicht im Jahr 2000, als primärer Endpunkt definiert war. (1,2) Die Behandlung mit Telmisartan wurde gut vertragen und zeigte einen Trend zu niedrigeren Abbruchraten. (1)

Die neuen Daten von 5.926 Patienten aus 40 Ländern wurden heute auf dem Kongress der European Society of Cardiology (ESC) in München vorgestellt. TRANSCEND®* ist die erste Meilenstein-Studie, die die kardiovaskulär protektiven Effekte eines Angiotensin-II-Rezeptorblockers gegen Placebo zusätzlich zur Standardtherapie (darunter blutdrucksenkende Mittel, Thrombozytenfunktionshemmer und Statine) bei Hochrisikopatienten mit Unverträglichkeit gegen einen Angiotensin-Konversionsenzym-Hemmer (ACE-Hemmer) überprüft und nachweisen kann.

Die Studie zeigte eine Senkung der Ereignisrate um acht Prozent im vordefinierten primären Endpunkt, zusammengesetzter Endpunkt aus der Gesamtheit kardiovaskulär bedingter Todesfall, Herzinfarkt, Schlaganfall und Krankenhausaufenthalt wegen Herzinsuffizienz. Diese war mit einem p-Wert von 0,216 (HR 0,92) (1) statistisch nicht signifikant. In absoluten Zahlen ausgedrückt bedeutet dies, dass nur 465 Patienten des Telmisartan-Studienarms ein kardiovaskuläres Ereignis erlitten – gegenüber 504 Patienten, die zusätzlich zur aktuell besten Standardtherapie Placebo erhielten.
Unter der Behandlung mit Telmisartan wurde die Rate kardiovaskulär bedingter Krankenhausaufenthalte deutlich reduziert (894 gegenüber 980; p=0,025). Im Allgemeinen zeigen die Daten, dass die protektiven Effekte von Telmisartan mit der Dauer der Behandlung zunehmen. (1)

„Die vorangegangene ONTARGET®-Studie ergab, dass Telmisartan einen ebenso guten Schutz wie der ACE-Hemmer Ramipril bietet, jedoch besser verträglich ist. Die Ergebnisse der TRANSCEND®-Studie stellen einen moderaten, aber bedeutsamen Schritt nach vorne für Hochrisikopatienten dar, die einen ACE-Hemmer nicht vertragen“ Professor Salim Yusuf, Studienleiter des ONTARGET®-Studienprogramms und Direktor des Population Health Research Institute der McMaster University, Hamilton, Kanada.

Mit Blick auf die Bedeutung der Studienergebnisse für Allgemeinmediziner erklärte Dr. Sarah Jarvis, Richford Gate Medical Practice, London: „Bislang stand Ärzten, die herzinfarkt- oder schlaganfallgefährdete Patienten mit Unverträglichkeit gegen ACE-Hemmer behandelten, keine überprüfte Alternative zum ACE-Hemmer Ramipril zur Verfügung – eine Situation, mit der wir bei jedem fünften Hochrisikopatienten konfrontiert sind. Jetzt haben wir wissenschaftliche Evidenz, dass Telmisartan ACE-Hemmer intolerante Patienten vor Herzinfarkt, Schlaganfall und kardiovaskulär bedingtem Tod schützt, wobei die Verträglichkeit mit Placebo vergleichbar ist. Diese Erkenntnis ergänzt die Ergebnisse der ONTARGET®-Studie und gibt Ärzten die Gewissheit, ein Medikament mit nachgewiesener Wirksamkeit zu verschreiben, das auch wie verordnet eingenommen wird und nicht in der Schublade bleibt.“

An TRANSCEND® nahm ein breites Spektrum von Patienten mit einem hohen kardiovaskulären Risiko teil (Patienten über 55 Jahre, die einen Herzinfarkt, eine periphere arterielle Verschlusskrankheit, einen Schlaganfall oder transitorische ischämische Attacken erlitten haben oder an Diabetes mellitus litten und zusätzliche Risikofaktoren aufwiesen).

Die Studie bildet zusammen mit ihrer Parallelstudie ONTARGET® (3) das ONTARGET®-Studienprogramm und untersuchte die Wirksamkeit von Telmisartan 80 mg bei 5.926 Patienten mit Unverträglichkeit gegen häufig verordnete ACE-Hemmer. Weltweit haben 10–39 % aller Patienten mit Bluthochdruck eine Unverträglichkeit gegen ACE-Hemmer (4-6), was häufig zum Abbruch der Behandlung führt und somit die Patienten ohne Schutz vor kardiovaskulären Ereignissen lässt. Nebenwirkungen von ACE-Hemmern sind intolerabler Husten und seltene, jedoch potentiell lebensgefährliche Angioödeme. (4-6)

Bemerkenswert ist, dass mit Telmisartan eine 13%ige Risikosenkung ereicht wurde, obwohl ein hoher Anteil der Patienten bereits mit bewährten Mitteln wie Statinen, Thrombozytenfunktionshemmern oder Betablockern behandelt wurde.

„Obwohl sich die Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen in den letzten zehn Jahren erheblich verbessert hat, kann Telmisartan das kardiovaskuläre Risiko noch weiter senken. Wir sind stolz, mit unseren Meilenstein-Studien ONTARGET® und der Parallelstudie TRANSCEND® das medizinische Wissen im kardiovaskulären Bereich erweitert zu haben. Über die letzten 5 Jahre haben wir knapp 50.000 Telmisartan-Patienten in klinischen Studien beobachtet und verfügen nun über Erfahrungswerte zur täglichen Einnahme von Telmisartan, die sich weltweit auf insgesamt 25 Millionen Patientenjahre belaufen. Damit ist das Präparat eines der am besten erforschten Herz-Kreislauf-Medikamente mit ausgezeichnetem Wirksamkeits- und Sicherheits- bzw. Verträglichkeitsprofil“, sagte Dr. Andreas Barner, stellvertretender Sprecher der Unternehmensleitung von Boehringer Ingelheim und zuständig für den Bereich Forschung, Entwicklung und Medizin.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache weltweit und jährlich für den Tod von mehr als 17,5 Millionen Menschen verantwortlich.7 Jahr für Jahr sterben 7,6 Millionen Menschen an Herzinfarkt, 5,7 Millionen an Schlaganfall.7 Schätzungen zufolge wird die Zahl kardiovaskulär bedingter Todesfälle bis 2020 auf rund 25 Millionen ansteigen.8 Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind auch eine der häufigsten Ursachen von Invalidität und werden Schätzungen zufolge bis 2020 zur Hauptursache von Invalidität werden.8 Mehr als die Hälfte der Risikopatienten betrachtet einen schweren Schlaganfall als das schlimmere Schicksal im Vergleich zum Tod. (9)

*Telmisartan Randomised AssessmenNt Study in ACE-iNtolerant subjects with cardiovascular Disease
Quellen:

1. Yusuf S. Abstract no 238 presented at the European Society of Cardiology Congress, 31 August 2008. Effects of the angiotensin-receptor blocker telmisartan on cardiovascular events in high-risk patients intolerant to angiotensin-converting enzyme inhibitors: a randomized controlled trial.
2. The Heart Outcomes Prevention Evaluation Study Investigators. Effects of an angiotensin-converting-enzyme inhibitor, ramipril, on cardiovascular events in high-risk patients. N Engl J Med 2000; 342:145-53.
3. The ONTARGET investigators. Telmisartan, ramipril, or both in patients at high risk for vascular events. N Eng J Med 2008; 358(15):1547-59.
4. Israili ZH, Hall WD. Cough and angioedema associated with angiotensin-coverting enzyme inhibitor therapy. A review of the literature and pathophysiology. Ann Intern Med 1992; 117(3):234-42.
5. Matchar DB, et al. Systematic Review: Comparative effectiveness of angiotensin-converting enzyme inhibitors and angiotensin II receptor blockers for treating essential hypertension. Ann Intern Med 2008; 148:16-29.
6. Macaulay TE, Dunn SP. Cross-reactivity of ACE-inhibitor-induced angioedema with ARBs. US Pharmacist 2007; 32 (2).
7. World Health Organization, Fact Sheet 317: Cardiovascular Diseases February 2007. www.who.int/mediacentre/factsheets/fs317/en/index.html (Accessed August 2008)
8. Murray CJL, Lopez AD. eds. The Global Burden of Disease: A comprehensive assessment of mortality and disability from diseases, injuries, and risk factors in 1990 and projected to 2020. Cambridge; Harvard University Press 2001.

Source: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG

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