ESC 2013: Mehr Hypertoniker sollen in Europa die Zielblutdruckwerte erreichen

5. September 2013 | Kategorie: Sartane
             

Die europaweit bei Hypertonikern zu beobachtende unzureichende Blutdruckkontrolle ist einer der wichtigsten Gruünde fuür die Haupttodesursachen Herzinfarkt und Schlaganfall, wie auf dem diesjährigen Kongress der European Society of Cardiology (ESC) konstatiert wurde.

Fixkombinationen aus zwei oder drei Antihypertensiva stellen hierbei wirksame Behandlungsoptionen dar, um eine signifikante Verbesserung der Blutdruckkontrolle zu erreichen. Warum es so wichtig ist, das Erreichen der Zielblutdruckwerte (< 140/90 mmHg) bei Hypertonie zu verbessern, wurde auf einem von Daiichi Sankyo und der Menarini Group veranstalteten Symposium anlässlich des ESC-Kongresses diskutiert. Anhand von interaktiven Patientenkasuistiken demonstrierten renommierte Hypertonieexperten die dramatischen kardiovaskulären Komplikationen des Bluthochdrucks wie beispielsweise Schlaganfall (1). Obwohl effektive Hypertonietherapien zur Verfu?gung stehen, bleiben in vielen europäischen Ländern bei mehr als 50% der behandelten Patienten die Blutdruckwerte unkontrolliert hoch (? 140/90 mmHg) (2-6). Der Einsatz von Fixkombinationen laut Empfehlung der neuen Hypertonie-Leitlinien könnte diesen Zustand in Verbindung mit Maßnahmen zur Optimierung der Therapieadhärenz verbessern (7). Die arterielle Hypertonie ist einer der wichtigsten kardiovaskulären Risikofaktoren, weil sie einen entscheidenden pathogenetischen Faktor fu?r arteriosklerotische Gefäßwandveränderungen darstellt. Sie kann zu akuten kardiovaskulären Ereignissen wie Herzinfarkt und Schlaganfall oder zur Entwicklung einer chronischen Herz- oder terminalen Niereninsuffizienz fu?hren. Die optimale Blutdruckeinstellung ist daher von entscheidender klinischer Bedeutung, um die Prognose der Patienten zu verbessern. Positiver Effekt der Sartane auf Gefäße in Studien gezeigt Die Blockade des Renin-Angiotensin-Systems (RAS) durch ACE-Hemmung oder Blockade der Angiotensin-1-Rezeptoren (ARB) hat sich als fester Bestandteil der Basistherapie bei arterieller Hypertonie etabliert. Dabei werden ARB, wie beispielsweise Olmesartan, aufgrund ihrer besseren Verträglichkeit (8) favorisiert. Mit diesem Therapieansatz konnte eine gu?nstige Beeinflussung der Endorganschäden bei arterieller Hypertonie nachgewiesen werden (9-12). Fu?r den ARB Olmesartan wurden daru?ber hinaus in der EUTOPIA-Studie antiinflammatorische Effekte dokumentiert (13). Eine Erhöhung der Anzahl endothelialer Progenitorzellen bei hypertensiven Typ-2-Diabetikern zeigte sich in einer Untersuchung von Bahlmann et al (14) Eine Normalisierung des Wand-Lumen-Verhältnisses in kleinen Widerstandsgefäßen konnte in der VIOS-Studie nachgewiesen werden (15). Olmesartan wird seit zehn Jahren zur effektiven und gut verträglichen Behandlung der Hypertonie eingesetzt - sowohl als Monotherapie als auch in Kombination mit anderen bekannten antihypertensiven Substanzklassen. Auf diese Weise ist eine hohe Flexibilität in Bezug auf Kombinationen und Dosierungen möglich. Dies steht in Einklang mit den neuen Hypertonie-Leitlinien der ESC und der European Society of Hypertension (ESH), die den Einsatz von Fixkombinationen empfehlen, um die Therapieadhärenz und die Blutdruckkontrolle zu verbessern (7). Fu?r eine potente antihypertensive Therapie steht Olmesartan beispielsweise in einer fixen Kombination mit Amlodipin bzw. mit Amlodipin und Hydrochlorothiazid (Sevikar HCT®) zur Verfu?gung. Somit kann die Bluthochdrucktherapie mit einer einzelnen Tablette an die individuellen Bedu?rfnisse des Patienten angepasst werden. Sevikar HCT® ist die erste fixe Dreifachkombination, die neben der Zulassung zur Substitutionstherapie eine EU-weite Zulassung zur Zusatztherapie bei erwachsenen Patienten hat, deren Blutdruck mit einer fixen Kombination von Olmesartan und Amlodipin nicht ausreichend kontrolliert werden kann (16). OLAS-Studie: niedrigeres Risiko fu?r Diabetes Typ 2 unter Fixkombination von Olmesartan und Amlodipin Die OLAS-Studie (17) untersuchte den Effekt einer Kombination aus Olmesartan und Amlodipin (OLM/AML) im Vergleich zu Olmesartan plus Hydrochlorothiazid (OLM/HCT) auf Entzu?ndungsmarker (u.a. TNF?, CRP) und Stoffwechselparameter (u.a. Insulinresistenz, Adiponektin) bei Patienten mit metabolischem Syndrom und Hypertonie Grad I oder II. Ein weiteres Studienziel (sekundärer Endpunkt) war die Häufigkeit des Neuauftretens eines Diabetes mellitus Typ 2. Die OLAS-Studie ergab deutliche Unterschiede zwischen der Kombination OLM/AML und OLM/HCT in Bezug auf Entzu?ndungs- und metabolische Parameter. Die Kombination mit Amlodipin zeigte mehr positive Effekte und reduzierte das Risiko eines Neuauftretens von Diabetes mellitus Typ 2 im Vergleich zur Kombination mit HCT (17). Ergebnisse zur Umstellung auf Fixkombination Olmesartan/Amlodipin Die Fixkombination Olmesartan/Amlodipin ist fu?r die Umstellung von Olmesartan oder Amlodipin zugelassen, falls eine solche Monotherapie nicht ausreicht (18). In der Studie SeviControl219 wurden Wirksamkeit und Sicherheit einer solchen Umstellung untersucht. Dabei erfolgte die Umstellung bei Hypertoniepatienten von einer Candesartan-Monotherapie (32 mg), sofern sie damit den Blutdruckzielwert nicht erreichten, zunächst auf eine Olmesartan-Monotherapie und bei Nichterreichen des Zielwerts anschließend auf die Fixkombination OLM/AML 40 mg/10 mg. Primärer Endpunkt der Studie war die Blutdrucksenkung der Fixkombination im Vergleich zur Candesartan-Monotherapie gemessen als systolischer Mittelwert am Tag in der ambulanten 24-Stunden-Blutdruckmessung. Fu?r den primären Endpunkt konnten die Daten von insgesamt 23 Patienten ausgewertet werden. Patienten mit Fixkombination erreichten kumulativ eine ausgeprägte systolische Blutdrucksenkung von -11,6 mmHg (p = 0,0003) (19). Signifikante Senkungen ergaben sich ebenfalls zur Nacht und im 24-Stunden-Mittelwert sowohl systolisch als auch diastolisch. Die Blutdrucksenkung in der Gelegenheitsmessung (systolisch -10,9 mmHg, p = 0,002) war mit der systolischen Tagabsenkung vergleichbar (R2 linear 0,398) (19). Die Blutdruckkontrolle bei zuvor unter Candesartan unkontrollierten Patienten betrug in vielen Messparametern unter OLM/AML mehr als 80%; beispielsweise erreichten 88,5% dieser Patienten mit der Fixkombination den systolischen Zielwert von < 135 mmHg (Mittelwert der systolischen Tagabsenkung) und 88,0% den diastolischen Zielwert von < 85 mmHg (Mittelwert der diastolischen Tagabsenkung) (19). Bis auf die erhöhte Ödemrate waren Nebenwirkungen insgesamt selten und unspezifisch. In der SeviControl2-Studie zeigte sich eine effektive und sichere sequenzielle Umstellung auf die Fixkombination von Olmesartan und Amlodipin. Beobachtungsstudie: Fixkombination mit weniger klinischen Ereignissen und höherer Therapietreue Interessante Ergebnisse ergaben sich in einer retrospektiven Beobachtungsstudie von Ferrario et al., die auf US-Versichertendaten von 24.663 erwachsenen Hypertonikern im Zeitraum von September 2007 bis Oktober 2008 basiert (20). Eine Subgruppenanalyse der Beobachtungsstudie umfasste Patienten, die entweder mit einer freien Kombination (LDC) aus einem ARB und Amlodipin oder mit der Fixkombination (FDC) OLM/AML behandelt wurden. Untersucht wurde als zusammengesetzter Endpunkt Herzinsuffizienz, Schlaganfall, Myokardinfarkt (MI), akute ischämische Herzerkrankung (IHD) und infarkt- oder IHD-bedingte Operation. Zudem wurde die Therapieadhärenz (Anteil an Tagen mit Medikamenteneinnahme bezogen auf den Beobachtungszeitraum) sowie die Therapietreue (definiert als "gut", wenn der Anteil an Therapietagen im Beobachtungszeitraum > 80%) ausgewertet. Der Anteil der Patienten, bei denen ein Ereignis auftrat (Herzinsuffizienz, Schlaganfall, MI, IHD, infarkt- oder IHD-bedingte Operation), war in der Gruppe mit der Fixkombination OLM/AML signifikant geringer als in der Gruppe mit der freien Kombination aus ARB und AML (5,94% vs. 16,98%, p < 0,001).20 Die Therapieadhärenz lag in der FDC-Gruppe signifikant höher als in der LDC-Gruppe (63% vs. 34%, p < 0,001), ebenso wie eine "gute" Therapietreue (44,1% vs. 19,5%, p < 0,001).20 Die Wahrscheinlichkeit fu?r eine als "gut" definierte Therapietreue war in der LDC-Gruppe relativ um 76% (p < 0,001) niedriger als in der FDC-Gruppe (20). Literaturhinweise: (1) Redon J et al. Eur Heart J 2011; 32: 1424-1431 (2) Mourad JJ, Girerd X. J Mal Vasc 2012; 37: 295-299 (3) Banegas JR et al. Eur Heart J 2011; 32: 2143–2152 (4) Godet-Mardirossian H et al. Eur J Prev Cardiol 2012; 19: 213-220 (5) Tocci G et al. J Hypertens 2012; 30: 1065-1074 (6) Wang YR et al. Arch Intern Med 2007; 167: 141-147 (7) Mancia G et al. Eur Heart J 2013; 34: 2159-2219 (8) Leitlinien zur Behandlung der arteriellen Hypertonie. Deutsche Hochdruckliga e.V., DHL, Deutsche Hypertonie Gesellschaft, Stand 1. Juni 2008 (9) Stumpe KO et al. Ther Adv Cardiovasc Dis 2007; 1(2): 97-106 (10) Hirohata A et al. J Am Coll Cardiol 2010; 55: 976-982 (11) Klingbeil A et al. Am J Med 2003; 115: 41-46 (12) Haller H et al. N Engl J Med 2011; 364: 907-917 (13) Fliser D et al. Circulation 2004; 110: 1103-1107 (14) Bahlmann FH et al. Hypertension 2005; 45: 526-529 (15) Smith RD et al. Am Soc Hypertens 2008; 2: 165-172 (16) Fachinformation Sevikar HCT®, Stand Dezember 2012 (17) Martinez-Martin FJ et al. J Hum Hypertens 2011; 25(6): 346-353 (18) Fachinformation Sevikar®, Stand August 2012 (19) Bramlage P et al. Presented at DHL 2012, Berlin. Data on file (20) Ferrario CM et al. Ther Adv Cardiovasc Dis 2013; 7(1): 27-39. doi: 10.1177/1753944712470979 Quelle: Daiichi Sankyo Deutschland GmbH

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