ESPORT-Studie: Stärkere Blutdrucksenkung mit Olmesartan als mit Ramipril bei älteren Hypertonikern

14. September 2010 | Kategorie: ACE-Hemmer, Medikamente, Sartane
             

Ältere hypertone Patienten erreichen häufiger den angestrebten Blutdruckzielwert von <140/90 mmHg (diabetische Patienten <130/80 mmHg) bei einer Behandlung mit dem Angiotensinrezeptorblocker (ARB) Olmesartan (z.B. in Votum® und Vocado®) im Vergleich zum ACE-Hemmer Ramipril. Zu diesem Ergebnis kommt die ESPORT-Studie, die im Rahmen der 20. Jahrestagung der European Society of Hypertension (ESH) in Oslo, Norwegen, vorgestellt wurde (1). Weiterhin konnte mit Olmesartan eine bessere Blutdrucksenkung als mit Ramipril erzielt werden (SBP: 17,8 vs. 15,7 mmHg; DBP: 9,2 vs. 7,7 mmHg; jeweils p<0,01).

Seit der HYVET-Studie ist allgemein akzeptiert, dass auch ältere Patienten einen deutlichen Nutzen aus einer konsequenten Hochdrucktherapie ziehen können. Durch eine Normalisierung der Blutdruckwerte mittels antihypertensiver Fixkombination wurden Gesamtmortalität sowie die Inzidenz von kardiovaskulären Komplikationen bei Patienten über 80 Jahren gesenkt (2). Wie die ESPORT-Studie (Efficacy and Safety in elderly Patients with Olmesartan versus Ramipril Treatment) jetzt zeigen konnte, bietet auch die Behandlung mit Olmesartan eine gut verträgliche und effektive Senkung des Blutdrucks für ältere Patienten.

Im Rahmen der internationalen, multizentrischen und randomisierten Studie wurden Patienten zwischen 65 und 89 Jahren mit leichter bis mittlerer Hypertonie (SBP 140 – 179 mmHg, DBP 90 – 109 mmHg) 12 Wochen lang mit täglich 10 – 40 mg Olmesartan (n=542) oder täglich 2,5 – 10 mg Ramipril (n=539) behandelt. Bei Studienende erreichten signifikant mehr Patienten der Olmesartan-Gruppe den angestrebten Zielwert von <140/90 mmHg (diabetische Patienten <130/80 mmHg) als in der Ramipril Gruppe (52,6 vs. 46,0 %; p<0,05)1. Auch die Subgruppen-Analyse von Patienten mit mobiler 24-Stunden-Blutdruckmessung (n=318 im Olmesartan-, n=312 im Ramiprilarm) zeigte für Olmesartan eine signifikant stärkere Blutdrucksenkung (SBP: 11,0 vs. 9,0 mmHg; DBP: 6,5 vs. 5,4 mmHg, jeweils p<0,05). Die Nebenwirkungen in beiden Gruppen waren in etwa vergleichbar (3,6 vs. 4,2 % in der Olmesartan- bzw. Ramipril-Gruppe), ebenso wie die Zahl der Studienabbrecher (14 vs. 19 in der Olmesartan- bzw. Ramipril-Gruppe). In der 24-Stunden Messung machte sich der Unterschied vor allem in den letzten sechs Stunden des Intervalls vor Einnahme der nächsten Tablette bemerkbar. Olmesartan zeigte eine stärkere Blutdrucksenkung und eine höhere Homogenität der Blutdrucksenkung über das 24-Stunden Intervall. Diese deutliche 24-Stunden-Wirksamkeit wurde auch schon zuvor in Vergleichsstudien innerhalb der Sartanfamilie deutlich: Im Vergleich zu Valsartan, Losartan und Irbesartan wurde unter Olmesartan in den letzten fünf Stunden vor Einnahme der Tablette ein geringerer Blutdruckanstieg registriert3. Dieser Effekt beruht möglicherweise auf der relativ langen Halbwertszeit von 10-15 Stunden (4) und der hohen Trough-to-Peak- Ratio (5).

Votum® (Olmesartan) steht in den drei Wirkstärken 10 mg, 20 mg und 40 mg zur Verfügung und ermöglicht so dem Arzt eine individuell den Bedürfnissen des Patienten angepasste Therapie. Die Fixkombination mit dem Diuretikum HCTZ, Votum® plus, ermöglicht eine stärkere Blutdrucksenkung und verbesserte Zielwerterreichung als die jeweiligen Monotherapien und ist in den Dosierungen 20 mg/12,5 mg, 40 mg/12,5 mg, 40 mg/12,5 mg und 40 mg/25 mg (jeweils Olmesartanmedoxomil / HCTZ) erhältlich. Die Fixkombination aus Olmesartan und Amlodipin, Vocado®, ist in den drei Dosierungen 20 mg/5 mg, 40 mg/5 mg und 40 mg/10 mg (jeweils Olmesartanmedoxomil / Amlodipin) erhältlich und ist für Patienten geeignet, bei denen der Blutdruck durch eine Monotherapie nur unzureichend kontrolliert wird.

Quellen:
1 Malacco E. et al., J Hypertens 2010; 28(SupplA):45-46.
2 Beckett NS et al., NEJM 2008; 358:1887-1898.
3 Smith SH et al., AM J Cardiovasc Drugs 2005; 5(1):41-50.
4 Fachinformation Votum, Stand Oktober 2009.
5 Oparil S et al., J Clin Hypertens 2001; 3(5):283-91, 318.

Quelle: BERLIN-CHEMIE

Schlagworte: ,

Kommentare sind geschlossen