Fasten bei Bluthochdruck

6. Februar 2015 | Kategorie: Behandlung
             

Durch Verzicht die Werte senken

Eine amerikanische Studie zeigt, dass Fasten einen positiven Effekt auf die Blutdruckwerte hat. Die Deutsche Hochdruckliga rät aber, vor Fastenbeginn einen Arzt zu konsultieren.

Frühjahrsputzfür den Körper boomt. Bei einer Forsa-Studie hielten 55 Prozent der BefragtenFasten aus gesundheitlichen Gründen für sinnvoll, nach Angaben des Institutsfür Demoskopie Allensbach haben 11,5 Millionen der Deutschen schon einmalgefastet. Viele verzichten dabei auf Alkohol oder Süßigkeiten, andere fastvollständig auf feste Nahrung. Eine amerikanische Studie kommt zu dem Ergebnis,dass Fasten einen positiven Effekt auf die Blutdruckwerte hat. Die DeutscheHochdruckliga rät Betroffenen aber, vor Fastenbeginn unbedingt einen Arzt zukonsultieren.

In der Studie hatten Wissenschaftler die Auswirkungen vonWasserfasten auf die Werte von Hochdruckpatienten untersucht. Dabei nahmen 147Studienteilnehmer mit Bluthochdruck zunächst zwei bis drei Vorbereitungstagelang nur Obst und Gemüse zu sich, anschließend unter medizinischer Aufsichtzehn bis elf Tage ausschließlich Wasser und Kräutertees. Im Anschluss folgtensechs bis sieben Aufbautage, in denen eine fett- und salzarme, vegane Ernährungeingeführt wurde. Das Ergebnis: Bei 90 Prozent der Studienteilnehmernormalisierte sich der Blutdruck am Ende des Fastenprogramms, er sank imSchnitt um 37/13 mmHg auf Werte unter 140/90 mmHg.

„Fastenkuren als Zäsur, als Übergang zu einerprinzipiellen Änderung der Ernährungsweise, können in einzelnen Fällen sinnvollsein”, sagt Professor Dr. Martin Hausberg, Vorstandsvorsitzender der DeutschenHochdruckliga. „Dass sich die Blutdruckwerte dadurch vollständig normalisieren,darf man aber nicht erwarten und hängt vom Grad der Bluthochdruckerkrankung ab”,so Hausberg. Wesentlich sind stetige diätetische Bemühungen.

Von Fasten im Sinne einer Nulldiät, wie beimWasserfasten, rät der Hochdruck-Experte vom Städtischen Klinikum Karlsruheallerdings ab. „Dies führt zu einem unnötigen Eiweiß- und Muskelabbau”, betontProfessor Hausberg. Heilfasten lässt sich auch mit dem sogenannten „Saftfasten”nach Buchinger, das auf Obst- und Gemüsesäften beruht. Im Anschluss an dieSafttage folgt der Aufbau einer gesunden Mischkost, die auf einen hohen Anteilan Obst, Gemüse und Vollkornprodukten setzt.

„Hochdruckpatienten, aber auch Menschen, die sich gesundfühlen, sollten ihr Fastenvorhaben immer mit ihrem Arzt besprechen”, rätProfessor Hausberg. „Bei Gesunden reicht ein Check-up, Menschen mitErkrankungen sollten ausschließlich unter ärztlicher Überwachung fasten.” DieFastenzeit sollte dabei auf maximal drei Wochen begrenzt werden, auch Gesunde solltennicht länger als fünf bis sieben Tage ohne medizinische Aufsicht fasten. Zu denpositiven Effekten tragen auch Bewegungs- und Entspannungseinheiten bei, diefeste Bestandteile des Heilfastens nach Buchinger sind. Auch diese solltenidealer Weise nach Ende der Fastenkur in den Alltag integriert werden.

„Ausgewogene Ernährung, Bewegung und eine sinnvolleBalance von Anspannung und Entspannung – was Patienten mittels Heilfastenumsetzen, sind die Elemente der nicht-medikamentösen Behandlung von Bluthochdruck”,resümiert Professor Hausberg. „Entscheidend sind dabei aber kontinuierlichediätetische Bemühungen und körperliche Tätigkeit.”

Quelle: Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL®

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