Kardiale Risikopatienten profitieren von Hochdosis-Kombinationstherapie aus Candesartan und Hydrochlorothiazid

19. Mai 2010 | Kategorie: Kombinationstherapie, Sartane
             

Im Rahmen eines „Meet the Expert“ während der 76. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in Mannheim berichtete Prof. Dr. Peter Baumgart unter anderem über den Stellenwert einer Hochdosis-Kombinationstherapie mit Candesartan plus Hydrochlorothiazid (HCT) bei kardialen Risikopatienten.

Für Patienten mit einem hohen bzw. sehr hohen kardiovaskulären Risikoprofil empfehlen die aktuellen Leitlinien bereits initial eine antihypertensive Kombinationstherapie. Prof. Baumgart bestätigte anhand seiner Erfahrungen aus der Praxis den hohen Stellenwert der initialen Hochdosis-Kombinationstherapie für dieses Patientenklientel. „Für die Wahl dieser Hochdrucktherapie sprechen die gute Verträglichkeit und starke Wirksamkeit“, betonte Prof. Baumgart. „Denn besonders Patienten mit Hypertonie und ausgeprägtem kardiovaskulären Risiko sind auf eine effektive Blutdruckeinstellung auf Zielwert angewiesen“.

Die Wirksamkeit und Verträglichkeit einer Hochdosis-Kombinationstherapie ist in vielen Studien belegt, eine davon ist die Studie von Bönner. Das Studiendesign schrieb vor, in der Run-in-Phase 3.521 Patienten, zum Teil vorbehandelt und zum Teil mit Begleiterkrankung, zuerst mit 16 mg Candesartan Monotherapie, dann 32 mg Candesartan zu behandeln. 1.945 Patienten, deren Blutdruck unter der Monotherapie nicht optimal eingestellt werden konnte (< 90 mmHg DBP), wurden in einem Drei-Gruppen-Parallelvergleich weiterbehandelt: 1. Candesartan (Blopress® 32 mg), 2. Candesartan + HCT 32 mg/12,5 mg (Blopress® 32 mg Plus 12,5 mg), 3. Candesartan + HCT 32 mg/25 mg (Blopress® forte 32 mg Plus 25 mg). Das Ergebnis der Studie: Viel hilft viel. Die Hochdosis-Kombinationstherapie zeigte die stärkste blutdrucksenkende Wirkung bei guter Verträglichkeit: 15,5/10,0 mmHg (p<0,01 für sämtliche Vergleiche zwischen den Behandlungsgruppen).

Zudem konnte in einer Metaanalyse mit Daten von 13 randomisierten Parallelgruppen-Studien mit mehr als 4.000 Patienten die starke Wirksamkeit von Candesartan auch gegenüber Losartan deutlich gemacht werden. Dabei wurde jeweils die Mono- oder Kombinationstherapie mit HCT berücksichtigt. Die Mediziner stellten unter anderem fest, dass die Kombination aus Candesartan und HCT den systolischen Blutdruck im Mittel um 7,03 mmHg mehr senkte als unter Losartan und HCT. Nach Erklärung des Experten resultiert die besonders hohe Verweil- und Wirkdauer von Candesartan auf einer wesentlich höheren Selektivität für den AT1-Rezeptorsubtyp. Dies führt zu einer vollständigen Blockade der vasokonstriktorischen Wirkung des Angiotensin II.

25 mg sind das Mittel der Wahl für kardiale Risikopatienten, bei denen angesichts erhöhter Blutdruckwerte eine effektive Blutdrucksenkung bei guter Verträglichkeit gewünscht ist und die von dem organprotektiven Potenzial von Candesartan profitieren sollen.

Die deutlichen, kardioprotektiven Effekte von Candesartan bestätigt eine vergleichende Registerstudie auf Datenbasis von 72 schwedischen Erstversorgungszentren, die den Outcome behandelter Hypertoniepatienten ohne bekannte kardiovaskuläre Vorerkrankung mit Candesartan (n = 7 329) oder Losartan (n = 6 771) zwischen 1999 und 2007 auswertete. Die Ergebnisse nach zwei Jahren: Die Candesartan-Gruppe wies ein um 14 Prozent signifikant geringeres adjustiertes Risiko (Hazard Ratio) als die Losartan-Gruppe für den primären kombinierten Endpunkt auf. Deutlich niedrigere Risiken gab es auch für die einzelnen Endpunkte Herzinsuffizienz (-36 Prozent Risikoreduktion), Herzrhythmusstörungen (-20 Prozent) und periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) (-39 Prozent). Aus den verfügbaren Studiendaten und Registern folgert Prof. Baumgart, dass Candesartan kardiovaskuläre Ereignisse stärker reduziert. Besonders zu betonen ist der vermittelte Schutz vor einer Herzinsuffizienz. Denn die Herzinsuffizienz ist eine der häufigsten Komplikationen bei Hypertonie.

Quelle: Takeda

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