Kardiale Risikopatienten profitieren von stärkerer Blutdrucksenkung

30. Juni 2010 | Kategorie: News
             

Angiotensin-Rezeptor-Antagonisten (AT1-Blocker) haben viele Vorteile gegenüber anderen Antihypertensiva: Starke Blutdrucksenkung, vergleichsweise wenig Nebenwirkungen und organprotektive Effekte. Doch auch innerhalb der Gruppe der AT1-Blocker gibt es große Unterschiede durch verschiedenartige pharmakologische Wirkungen. In einer aktuellen Metaanalyse sowie einer Registerstudie überzeugte Candesartan gegenüber Losartan hinsichtlich Blutdrucksenkung und kardialer Risikoreduktion.

Candesartan besitzt eine wesentlich höhere Selektivität für den AT1-Rezeptorsubtyp als alle anderen AT1-Blocker. Dies führt zu einer vollständigen Blockade der vasokonstriktorischen Wirkung des Angiotensin II, was aus einer besonders hohe Verweil- und Wirkdauer resultiert. Aber nicht nur Wirksamkeit sowie Verträglichkeit sind bei der Auswahl einer passenden Therapie zu berücksichtigen, auch die in den aktuellen Leitlinien erwähnten Effekte auf die Morbidität hypertoniebedingter Organschäden sind von besonderer Bedeutung. Ebenfalls ist bei Verordnung der Einfluss auf die kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität sowie auf Folgeerkrankungen („compelling indications“) zu beachten. Letztlich ist die individuelle Situation des Patienten ausschlaggebend für die komplexe Therapieentscheidung.

Candesartan noch stärker in Kombination mit HCT

Dr. Peter Meredith und seine Kollegen von der Universität Glasgow, Großbritannien, führten eine aktuelle Metaanalyse durch mit dem Ziel, die Effekte von Candesartan und Losartan auf den systolischen (SBP) und den diastolischen Blutdruck (DBP) direkt zu vergleichen. Bei einer systematischen Literatursuche fand das Team zwischen 1980 und 2008 insgesamt 13 randomisierte Parallelgruppenstudien, in denen Candesartan mit Losartan bei Hypertonikern verglichen wurde – jeweils als Monotherapie oder in Kombination mit HCT. Das Durchschnittsalter der 4.066 Patienten in den fast ausschließlich doppelblinden Studien lag bei 49 – 60 Jahren (Intention-to-treat-Populationen). Die Mediziner stellten fest: In den üblichen, empfohlenen Dosierungen hat Candesartan eine stärkere blutdrucksenkende Wirkung als Losartan. In Kombination mit HCT sank der SBP unter Candesartan im Mittel um 7,03 mmHg mehr als unter Losartan.

Reduktion kardiovaskulärer Risiken unabhängig von Blutdrucksenkung

Die positive Wirkung von Candesartan beschränkt sich aber nicht nur auf die Blutdrucksenkung. Es gibt seit langem Hinweise auf organprotektive Effekte durch Candesartan, die unabhängig von der antihypertensiven Wirkung betrachtet werden müssen. Diese sprechen dafür, dass AT1-Blocker nicht ohne weiteres untereinander austauschbar sind.
Die Wirkung der beiden AT1-Antagonisten auf kardiovaskuläre Risikofaktoren prüfte ein Forscherteam um den Osloer Professor Sverre E. Kjeldsen unter „Real-Life-Bedingungen“ bei Patienten ohne bekannte kardiovaskuläre Vorerkrankungen (CVD). Dazu wurden die elektronischen Patientenakten aus 72 schwedischen Erstversorgungszentren auf die Behandlung mit den beiden Sartanen gescreent. 14.100 Erwachsene mit diagnostizierter arterieller Hypertonie konnten recherchiert werden, denen zwischen 1999 und 2007 erstmals entweder Candesartan (n = 7.329) oder Losartan (n = 6.771) verschrieben wurde. Für die Auswertungen wurden das schwedische Hospitalisierungs- und das Sterbeursachenregister herangezogen. Deutliche Unterschiede zeigten sich nach einer medianen Beobachtungsdauer von zwei Jahren hinsichtlich mehrerer CVD-Risikofaktoren: Die Candesartan-Gruppe wies ein um 14 % geringeres adjustiertes Risiko (Hazard Ratio) als die Losartan-Gruppe für den primären kombinierten Endpunkt „Gesamt-CVD“ auf. Deutlich niedrigere Risiken gab es auch für die einzelnen Endpunkte Herzinsuffizienz (-36 % Risikoreduktion), Herzrhythmusstörungen (-20 %) und periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) (-39 %).

Studiendesigns

• Meredith PA et al.
Mittels systematischer Literatursuche identifizierten die Autoren 13 Publikationen im Zeitraum von 1980 und 2008, welche die Wirksamkeit Candesartan und Losartan in randomisierten Studien bei hypertensiven Patienten verglichen.
Ziel: Vergleich der antihypertensiven Wirksamkeit von Candesartan und Losartan in Monotherapie oder Kombination mit HCT in Hinblick auf die Reduktion des SBP und DBP.

• Kjeldsen et al.
Grundlage war eine Registerstudie auf der Datenbasis von 72 schwedischen Erstversorgungszentren. Es wurden Daten von Patienten mit arterieller Hypertonie (ohne bekannte kardivaskuläre Vorerkrankung) und einer Therapie mit Candesartan (n = 7.329) oder Losartan (n = 6.771) in den Jahren 1999 bis 2007 ausgewertet.
Ziel: Unterschiedlichen Einfluss auf die Reduktion kardiovaskulärer Ereignisse, die nicht (alleine) durch die Blutdrucksenkungen zu erklären sind, festzustellen.

Die verfügbaren Studiendaten und Register belegen eine signifikante Wirksamkeit in niedrigen, als auch in hohen Dosierungen unter Candesartan. In Kombination mit HCT ist eine deutliche Senkung des systolischen Blutdrucks festzustellen. Hinzu kommt eine stärkere Reduktion der kardiovaskulären Ereignisse. Deshalb können besonders kardiale Risikopatienten, die auf eine effiziente Blutdruckeinstellung angewiesen sind, von einer Hochdosis-Kombinationstherapie mit Candesartan und HCT (Blopress® 32 mg Plus 12,5 mg oder Blopress® forte 32 mg Plus 25 mg) profitieren.

Quelle: Takeda

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