Kardiovaskuläre Risikopatienten umfassend schützen:

18. Dezember 2009 | Kategorie: Sartane, Studien
             

Telmisartan erzeugt kardio- und renoprotektive Wirkungen

Bei kardiovaskulären Risikopatienten darf nicht nur auf die Reduktion des makrovaskulären Risikos geachtet werden: “Wir müssen auch die mikrovaskuläre Gefährdung bedenken”, betonte Privatdozent Dr. Friedhelm Späh aus Krefeld im Rahmen der diesjährigen Hochdruckligatagung in Lübeck. Einen umfassenden Gefäßschutz vermittelt beispielsweise der AT1-Rezeptorblocker Telmisartan, wie bei einem Symposiumvon Bayer Vital während des Kongresses deutlich wurde. Der Wirkstoff besitzt demnach sowohl kardio- als auch renoprotektive Effekte, so hieß es in Lübeck.

Der Blockade des Renin-Angiotensin-Systems (RAS) kommt nach Späh bei Risikopatienten große Bedeutung zu. Sie führt zu einer Reduktion der kardiovaskulären Ereignisrate, wobei sich der AT1-Blocker Telmisartan in der ONTARGET-Studie (1) (Ongoing Telmisartan Alone and in combination with Ramipril Global Endpoint Trial) dem Ramipril als ebenbürtig erwiesen hat. Das betrifft sowohl die Rate an Myokardinfarkten und Schlaganfällen ebensowie die Rate kardiovaskulärer Todesfälle. “Dabei ist Telmisartan gegenüber Ramipril verträglicher, obwohl Patienten mit initialer ACE-Hemmer-Unverträglichkeit von der Studienteilnahme ausgeschlossen worden waren”, erläuterte der Kardiologe.

Geringeres Risiko für das Neuauftreten eines Diabetes, Reduktion einer LVH Als bemerkenswert hob er das unter der RAS Blockade deutlich erniedrigte Risiko für das Neuauftreten eines Diabetes mellitus hervor. “Telmisartan ist in der ONTARGET-Studie in diesem Punkt dem Ramipril ebenbürtig”, soSpäh. Eine Metaanalyse (2) der TRANSCEND und PRoFESS-Daten bestätigt diesen Effekt.

Die umfassende kardiale Schutzwirkung erstreckt sich auch auf die linksventrikuläre Hypertrophie (LVH), die als eigenständiger kardiovaskulärer Risikofaktor angesehen wird. So ergab eine Subanalyse der TRANSCEND-Studie (3) eine gegenüber der Placebogruppe um 37 Prozent und damit statistisch signifikant (p=0,0001) geringere LVH-Rate bei den mit Telmisartan behandelten Patienten.

Telmisartan schützt darüber hinaus auch die Nieren, berichtete in Lübeck Professor Dr. Johannes Mann aus München. Denn die DETAIL-Studie (4) (Diabetics exposed to telmisartan and enalapril) belegt nach seinen Ausführungen über einen Zeitraum von fünf Jahren, dass der AT1-Blocker den Abfall der glomerulären Filtrationsrate ebenso effektiv hemmt wie Enalapril. “Zwischen den beiden Gruppen bestand kein signifikanter Unterschied”, sagte der Mediziner. Auch in der ONTARGET-Studie waren der ACE-Hemmer Ramipril und der AT1-Blocker Telmisartan im Hinblick auf die renalen Endpunkte gleichermaßen effektiv. “Die renoprotektiven Effekte nehmen unter beiden Wirkstoffen dabei mit zunehmender Proteinurie zu”, betonte Professor Mann.
Dass Telmisartan nephroprotektiv wirksam ist, war bereits in der AMADEO-Studie (5) (A trial to compare telmisartan 40 mg titrated to 80 mg versus losartan in hypertensive type 2 diabetic patients with overt nephropathy) im direkten Vergleich zu Losartan gesehen worden. Bei gleich guter Senkung des systolischen Blutdrucks resultierte in der Studie eine signifikant ausgeprägtere Reduktion der Proteinurie unter Telmisartan als unter Losartan.

Kardioprotektion bei Risikopatienten – Zulassungserweiterung für Telmisartan

“Telmisartan ist der einzige Angiotensin-Rezeptorantagonist, für den eine blutdruckunabhängige, gefäßprotektive Wirksamkeit in einer Endpunktstudie belegt wurde”, erklärte in Lübeck Professor Dr. Thomas Unger aus Berlin. Die Reduktion der kardiovaskulären Ereignisrate war in der ONTARGET-Studie, in der der AT 1-Blocker placebo-kontrolliert “on top” zur Standardtherapie bei Hochrisikopatienten gegeben wurde, ebenso effektiv wie seinerzeit bei Ramipril in der HOPE-Studie (6) (Heart Outcomes Prevention Evaluation Study), obwohl diese zehn Jahre zurückliegt und heute von einer besseren Standardbehandlung bei Risikopatienten auszugehen ist. Vor diesem Hintergrund ist Telmisartan jetzt analog dem ACE-Hemmer Ramipril durch die europäische Zulassungsbehörde EMEA auch zur Reduktion der kardiovaskulären Morbidität bei Patienten mit manifester atherothrombotischer kardiovaskulärer Erkrankung (KHK, Schlaganfall oder PAVK in der Vorgeschichte) oder Typ 2-Diabetes mit Endorganschäden zugelassen worden. Die Behandlung kann dabei unabhängig davon erfolgen, ob eine Hypertonie vorliegt oder nicht.

Eine Übertragung der günstigen Daten für Telmisartan auf andere AT1-Blocker ist nach seinen Worten nicht zulässig, da entsprechende Endpunktstudien fehlen. Die kardioprotektive Wirksamkeit ist evidenzbasiert bei den AT1-Rezeptorantagonisten derzeit nur durch Telmisartan zu realisieren.

Quellen:
1) Yusuf, S. N Engl J Med 2008; 358: 1547-59
2) Kurtz, T.W., et al. Hypertens Res 2009; 32: 826-34
3) Verdecchia, et al., Circulation, 2009;120: 1380-89
4) Barnett, A. H. N Engl J Med 2004; 351: 1952-61
5) Bakris, G., et al. Kidney International, 2008; 74: 364-9
6) Yusuf, S., et al. N Engl J Med 2000; 342: 145-53

Quelle. Bayer Vital

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