Moderne Dreier-Kombination in der Bluthochdrucktherapie

7. Dezember 2009 | Kategorie: Diuretikum, Kombinationstherapie, Sartane
             

Hoher Blutdruck ist weltweit die häufigste Todesursache. Nach Ansicht von Experten liegt das daran, dass etwa zwei Drittel aller Hypertoniker die von den Fachgesellschaften empfohlenen Blutdruckzielwerte von weniger als 140/90 mmHg nicht erreichen. Dabei benötigt ein Drittel aller Patienten mit hohem Blutdruck mehr als eine Substanz, um die Zielwerte zu erreichen, bei einem weiteren Drittel sind sogar mindestens drei Substanzen erforderlich. Die Leitlinien der europäischen Fachgesellschaften (European Society of Cardiology, ESC, und European Society of Hypertension, ESH) empfehlen bei ungenügender Blutdrucksenkung mit einer Zweier-Kombination bevorzugt die Dreier-Therapie aus einer Kombination von Diuretikum, Sartan und Calciumkanalblocker, wie sie in Exforge HCT enthalten sind. Dies bestätigt auch die Task Force der ESH in ihrem aktuell veröffentlichten Update der europäischen Leitlinien. Außerdem befürwortet die Task Force den Einsatz von Kombinationstabletten anstatt der freien Wirkstoffkombination, da diese die Therapie vereinfachen und die Compliance fördern.

Die Zulassungsstudie für Exforge HCT ist eine acht-wöchige internationale, multi-zentrische, randomisierte, 4-armige Doppelblindstudie mit insgesamt 2.271 Patienten. Untersucht wurden Wirksamkeit und Sicherheit der Dreier-Kombination aus 10 mg Amlodipin, 320 mg Valsartan und 25 mg HCT. Nach einer Run-in-Phase mit Placebo über maximal vier Wochen wurden die Patienten randomisiert und erhielten doppelblind entweder die Dreier-Therapie oder eine der drei möglichen Zweier-Kombinationen (320/25 mg Valsartan / HCT, 10/320 mg Amlodipin / Valsartan oder 10/25 mg Amlodipin / HCT). Die Studienteilnehmer litten an einem mäßigen bis schweren Bluthochdruck (mittlerer systolischer Wert im Sitzen ? 145 mmHg, mittlerer diastolischer Wert im Sitzen ? 100 mmHg zum Zeitpunkt der Randomisierung, durchschnittlich 170/110 mmHg).

Die Ergebnisse zeigen unter Exforge HCT 10/320/25 mg eine signifikante Senkung des systolischen Blutdrucks um durchschnittlich 40 mmHg bei mittelschwerer bis schwerer Hypertonie (syst. Blutdruck145-199 mmHg) – eine um 6-8 mmHg stärkere Senkung als unter den Zweier-Kombinationen. Eine Post-hoc-Analyse ergab darüber hinaus bei der Untergruppe von Patienten mit schwerer Hypertonie (Blutdruck 180-199 mmHg zu Studienbeginn) eine Senkung des systolischen Blutdrucks um durchschnittlich 50 mmHg, ca. 6-10 mmHg mehr als unter einer der Zweier-Kombinationen. Unter der Dreier-Kombination erreichten 71% der Patienten den gewünschten Zielwert von weniger als 140/90 mmHg, 17-26% mehr als unter den verschiedenen Zweier-Kombinationen.

Der blutdrucksenkende Effekt war dabei bereits nach zwei-wöchiger Gabe der Dreier-Kombination nachweisbar und zwar unabhängig von Alter, Geschlecht oder Ausgangsblutdruckwerten der Patienten. Betrachtet man die circadiane Rhythmik, so war der blutdrucksenkende Effekt von Exforge HCT rund um die Uhr nachweisbar. Auch in den frühen Morgenstunden, in denen häufig kritische Blutdruckspitzen auftreten, lag der Blutdruck unter 130/85 mmHg.

Exforge HCT erwies sich insgesamt als gut verträglich: Die Raten unerwünschter Ereignisse lagen in den vier Gruppen zwischen 45 und 48% und unterschieden sich nicht signifikant. Die häufigsten unerwünschten Ereignisse waren Schwindel, Kopfschmerzen und periphere Ödeme, wobei die Ödemrate unter Amlodipin / Valsartan / HCT gegenüber Amlodipin / Valsartan um 47% und gegenüber HCT / Amlodipin um 49% gesenkt wurde. Nur 1,5% der Patienten unter Amlodipin / Valsartan / HCT erfuhren eine Hypotonie.

„Diese Studie zeigt uns, dass eine Drei-in-Eins-Kombination für Patienten, die mehr als zwei Wirkstoffe benötigen, eine viel versprechende und gut verträgliche Therapieoption ist,” attestierte Prof. Dr. Rainer Düsing, Universitätsklinikum Bonn. „Exforge HCT kombiniert die Vorteile einer starken Blutdrucksenkung mit den Vorzügen einer einfachen Therapie für den Patienten. Die Einnahme von einer statt drei Tabletten wird sicherlich die Compliance fördern und die Erreichung des Zielwertes positiv beeinflussen.“

Mehrere Übersichtsarbeiten mit Daten von mehr als 30.000 Patienten haben gezeigt, dass vor allem mangelnde Therapietreue die Blutdruckkontrolle schwierig gestaltet. Als Hauptursache der fehlenden Compliance wurde die Anzahl der einzunehmenden Tabletten identifiziert – die Therapietreue war bei Gabe einer einzelnen Tablette signifikant größer als bei zwei Tabletten.

Die Compliance war dabei unter einer Kombinationstablette nach 12 Monaten um 21% höher, nach 18 Monaten um 28% höher und nach 24 Monaten um 17% höher als bei Gabe von zwei Einzeltabletten.2 Eine Kombinationstablette wurde mit einer signifikant höheren Wahrscheinlichkeit „wie verordnet“ eingenommen als Einzeltabletten (p < 0,0001), gemessen als Prozentsatz der Tage pro Jahr mit Einnahme nach Verordnung (89,3% vs. 69,9%).

Referenzen
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Quelle: Novartis

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