Der Wirkstoff Aliskiren ist das erste neue Antihypertensivum seit zehn Jahren
Aliskiren ist ein neues Medikament zur Behandlung des Bluthochdrucks (Antihypertensivum) aus der Gruppe der Reninhemmer, das im Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS) ganz zu Beginn der Angiotensin-II-Biosynthese angreift. Es bindet direkt an die Protease Renin und verhindert dadurch die Umwandlung von Angiotensinogen in Angiotensin I. Die bei ACE-Hemmern inkomplette Hemmung des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems wird damit umgangen. Zugleich sinken auch die Angiotensin-II-Spiegel, die unter der Therapie mit AT1-Antagonisten (Sartane) steigen.
Aliskiren wird oral appliziert und zur Behandlung der essentiellen Hypertonie entweder als Monopräparat oder in Kombination mit Diuretika oder ACE-Hemmern eingesetzt.
Eine über eine Senkung des Blutdruckes hinausgehende positive Wirkung von Aliskiren, z.B. auf Mortalität und/oder kardiovaskuläre Ereignisse konnte bisher nicht gezeigt werden. Daten zur Sicherheit einer Langzeitbehandlung gibt es nicht. Der therapeutische Stellenwert ist daher fraglich.
Aliskiren (Handelsnamen in den USA: Tekturna®, sonst weltweit: Rasilez®; Hersteller Novartis) wurde im März 2007 von der amerikanischen Arzneimittelzulassungsbehörde (FDA) als erster Arzneistoff aus der Gruppe der oralen, direkten Reninhemmer zur Behandlung der Hypertonie (Bluthochdruck) zugelassen.
Basierend auf Daten von ca 7.800 Patienten in 44 klinischen Studien hat der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) im Juni 2007 den Antrag auf Zulassung des Reninhemmers zur Behandlung der essentiellen Hypertonie (Bluthochdruck) positiv bewertet. Daraufhin hat die EU-Kommission am 22. August 2007 die Zulassung für die gesamte EU erteilt.
In der Schweiz wurde Aliskiren im Juni 2007 von Swissmedic unter dem Handelsnamen Rasilez® zur Behandlung der essentiellen Hypertonie in der Abgabekategorie B zugelassen.
