Schlaganfall und Herzinfarkt vermeiden

12. Dezember 2013 | Kategorie: Erkrankungen, Herzinfarkt, Schlaganfall
             

„Polypille“ erhöht Therapieerfolg bei Risikopatienten

Wie eine sogenannte „Polypille“ Betroffene in ihrer Therapie unterstützen und die Behandlung sicherer machen kann, erläutern Experten auf der Pressekonferenz am 12.Dezember 2013 anlässlich des 37. wissenschaftlichen Kongresses der Deutschen Hochdruckliga DHL® – Deutschen Gesellschaft für Hypertonie und Prävention.

Münster – Jedes Jahr erleiden in Deutschland rund 280 000 Menschen einen Herzinfarkt, und etwa ebenso viele haben einen Schlaganfall. Häufige Ursachen sind ein zu hoher Blutdruck, erhöhtes Cholesterin und Durchblutungsstörungen aufgrund von Arteriosklerose. Leiden Patienten gleich unter allen drei Erkrankungen, müssen sie eine Vielzahl von Medikamenten einnehmen. Dies erhöht jedoch die Gefahr, einzelne Arzneien unregelmäßig, nicht dauerhaft zu nehmen oder gar zu vergessen. Wie eine sogenannte „Polypille“ Betroffene in ihrer Therapie unterstützen und die Behandlung sicherer machen kann, erläutern Experten auf der Pressekonferenz am 12.Dezember 2013 anlässlich des 37. wissenschaftlichen Kongresses der Deutschen Hochdruckliga DHL® – Deutschen Gesellschaft für Hypertonie und Prävention.

Nehmen Patienten ihre Medikamente gegen Bluthochdruck, erhöhtes Cholesterin oder Durchblutungsstörungen nur unregelmäßig oder nicht dauerhaft ein, steigt für sie das Risiko, einen Schlaganfall oder Herzinfarkt zu erleiden, stark an. Beobachtungen aus der Praxis zeigen: Je mehr Medikamente verordnet werden, desto weniger befolgen die Patienten die entsprechenden Therapievorgaben, da sie häufig überfordert sind. „Wir schätzen, dass daher in Europa etwa neun Prozent aller auftretenden Schlaganfälle und Herzinfarkte durch falsch oder zu selten eingenommene Medikamente verursacht werden“, erklärt Professor Dr. med. Peter Baumgart, Chefarzt der Klinik Innere Medizin I am Clemenshospital GmbH in Münster. „Für Deutschland bedeutet dies: Über 25 000 Menschen erleiden einen Schlaganfall oder Herzinfarkt, weil sie ihre Medikamente nicht therapiegerecht einnehmen.“

Reduziert man hingegen die Anzahl der Medikamente, steigt die Therapietreue an, wie Unter-suchungen zeigen. „Die Kombination mehrerer Substanzen in einer Tablette kann also das Risiko für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, schwere Folgeschäden zu erleiden, deutlich reduzieren“, betont Dr. med. Siegfried Eckert, Kongresspräsident des 37. wissenschaftlichen Kongresses der DHL®. So setzen Hypertensiologen immer mehr auf die sogenannte „Polypille“ – eine Tablette, in der mehrere Medikamente enthalten sind. Bislang gab es für Bluthochdruck-Patienten Polypillen mit einer Kombination aus zwei oder drei blutdrucksenkenden Substanzen. „Neu sind Polypillen, die zusätzlich zu den Blutdrucksenkern fettsenkende und gefäßschützende Medikamente enthalten. Menschen mit Herzinfarkten, Schlaganfällen und schweren arteriosklerotisch bedingten Erkrankungen müssen so nur eine einzige Tablette einnehmen“, so Eckert.

Das wichtigste Therapieziel ist, die Folgen des Bluthochdrucks zu verhindern. „Obwohl die Polypille dies sicherlich erfüllt, müssen noch weitere Studien folgen, um diese als Standard-Therapie einsetzen zu können“, führt Professor Dr. med. Hermann Pavenstädt, ebenfalls Kongresspräsident des 37. wissenschaftlichen Kongresses der DHL® aus. „Denn bislang ist noch unklar, wie man mit einer solchen Pille einzelne Substanzen individuell dosieren kann, um bestimmte Zielwerte zu erreichen.“

Bei welchen Patienten eine Polypille empfehlenswert ist, wann die Polypille mit Wirkstoffen für unterschiedliche Erkrankungen in der Bluthochdruck-Therapie Verwendung finden wird und welche Vor- und Nachteile für Patienten bestehen, erläutern Experten auf der Pressekonferenz am 12. Dezember 2013 anlässlich des 37. wissenschaftlichen Kongresses der DHL® in Münster.

Literatur:

• Chowdhury R, Khan, H.Heydon E et al.:Adherence to cardiovascular therapy: a meta-analysis of prevalence and clinical consequences, European Heart Journal (2013) 34: 2940–2948
• Herttua K, Tabak A G, Martikainen P et al., Adherence to antihypertensive therapy prior to the first presentation of stroke in hypertensive adults: population-based study, European Herat Journal (2013) 34:2933–2939
• Thom S, Poulter N, Filed J. et al., Effects of a fixed-dose Combination Strategy on Adherence and Risk Factors in Patients with o rat High Risk of CVD The UMPIRE Randomized Clinical Trial, JAMA (2013) 310: 918–929

Quelle: Deutsche Hochdruckliga e. V. DHL® – Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention

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