UV-A Strahlen senken den Blutdruck

3. April 2014 | Kategorie: Studien
             

Britische Forscher haben herausgefunden, dass UV-A Strahlen den Blutdruck senken. In ihrer Studie bestrahlten sie 24 Probanden mit einer UV-A Lampe.

Im Sommer haben viele Menschen einen niedrigeren Blutdruck als im Winter. Je weiter südlich jemand lebt, desto niedriger ist oft sein Blutdruck und desto seltener kommen Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor. Der Grund dafür, so nahmen auch Fachleute bislang an, seien die wärmeren Temperaturen. Nach aktuellen Studien wissen die Experten jedoch jetzt, dass dem nicht so ist: Ein Forscherteam um Richard B. Weller von der Universität Edinburgh fand heraus, dass nicht die Sonnenwärme sondern deren UV-Strahlung für die Blutdrucksenkung verantwortlich ist.

Erhöhte Stickstoffmonoxidkonzentration
Die Wissenschaftler beobachteten, dass durch UV-Strahlung mehr Stickstoffmonoxid (NO) in der Haut freigesetzt wird. Dies führt zu einer Erweiterung der Blutgefäße lässt den Blutdruck sinken. In der aktuellen Studie von Weller, die er gemeinsam mit Martin Feelisch an der Universität von Southhampton durchführte, konnten die Erkenntnisse über die Wirkweise der UV-Strahlung vertieft werden: Der Grund für die steigende NO-Konzentration in den obersten Hautschichten scheint die UV-A Strahlung zu sein.

Mehr Nitrit, weniger Nitrat
In der Studie wurden 24 gesunde Probanden mit normalen Blutdruckwerten zweimal 20 Minuten lang mit einer UV-A Lampe bestrahlt. Bei der ersten Bestrahlung fiel der mittlere arterielle Blutdruck um 3,5 mm Hg, der diastolische Wert sank um 4,9 mm Hg. Gleichzeitig stieg die Konzentration von Nitriten in der Haut und die Nitratkonzentration nahm ab. Nach etwa einer halben Stunde stieg der Blutdruck wieder an. Bei der zweiten Bestrahlung wurde die Haut der Teilnehmer mit Alufolie abgedeckt, so dass es nur zur Erwärmung der Haut kam. Der Blutdruck blieb unverändert. Daraus folgerten die Forscher, dass die Erwärmung der Haut für die Blutdrucksenkung verantwortlich war.

UV-A Strahlen führen zu NO-Speichern in der Epidermis
Die Forscher vermuten, dass durch UV-A Strahlung eine Photolyse von Nitrat zu Nitrit ausgelöst wird. Aus dem Nitrit wiederum könnte das NO entstehen. Die langwelligen UV-A Strahlen dringen nur bis zur Dermis. Daher glauben die Wissenschaftler, dass das NO in der Epidermis gespeichert wird. Bei Experimenten mit Hautproben unter Laborbedingungen konnte der NO-Speicher in der Epidermis nachgewiesen werden. Bei langanhaltender Sonneneinstrahlung könnte demnach ein ausreichender NO-Speicher zur Blutdrucksenkung gebildet werden. Die Schattenseite der langen Sonneneinstrahlung ist ein hohes Melanomrisiko durch Bildung freier Radikale. Wie sich die aktuellen Erkenntnisse mit der Prävention von Hautkrebs vereinbaren lassen, muss in weiteren Studien untersucht werden.

Quelle: Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL®

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