Welt-Schlaganfall-Tag: Experten diskutieren neue Ansätze für bessere Behandlungsqualität

29. Oktober 2013 | Kategorie: News
             

Erfolgreiche DSG-Pressekonferenz in Berlin zum Weltschlaganfalltag: Experten diskutieren neue Ansätze für bessere Behandlungsqualität

Zum 8. Mal fand am 29. Oktober 2013 der Weltschlaganfalltag statt. Die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) veranstaltete deshalb am 24. Oktober eine Pressekonferenz in Berlin. Auf der Pressekonferenz berichteten Experten der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft über neue Ansätze einer früh einsetzenden Diagnose und Therapie bereits auf dem Weg ins Krankenhaus, neue Behandlungskonzepte insgesamt und den Umgang mit Depressionen infolge eines Schlaganfalls.

DSG-PK-10-2013Unter dem Motto Schlaganfall: Gebündelte Kompetenz zum Wohl des Patienten – Neues aus Forschung und Behandlung informierten DSG-Experten auf der Pressekonferenz in Berlin mehr als 20 Journalisten regionaler und überregionaler Medien. Der Themenfächer umfasste Neue Behandlungskonzepte und Standards– Neurovaskuläre Netzwerke starten (Professor Dr. med. Otto Busse), die Post Stroke Depression: Zwischen biologischen Schäden und psychologischer Belastung (Professor Dr. med. Matthias Endres), Diagnose und Therapiestart schon im Rettungswagen: Das Stroke-Einsatz-Mobil (STEMO) (Professor Dr. med. Heinrich Audebert) sowie die Optimierung der Nachsorge von Schlaganfall-Patienten (Dr. rer. nat. Michael Brinkmeier von der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe).

Professor Busse stellte auf der Pressekonferenz das Konzept der Neurovaskulären Netzwerke vor. Trotz des hohen Qualitätsniveaus seien nicht alle Stroke Units personell und apparativ ausreichend für einige der neuen Therapien ausgestattet. „Wir haben uns deshalb gemeinsam mit anderen Fachgesellschaften der Neuro-Fächer auf ein Konzept der Neurovaskulären Netzwerke verständigt”, erklärte der Generalsekretär der DSG. Den Mittelpunkt – das koordinierende Neurovaskuläre Zentrum – bildet ein Klinikum mit einer überregionalen Stroke Unit, das über weitere Spezialabteilungen wie Neurochirurgie, Neurointensivstation, Neuroradiologie mit Hirnkatheterlabor, Kardiologie und Gefäßchirurgie verfügt. Sie ist organisatorisch mit Kliniken der Umgebung verbunden, die auf ihren Stroke Units nicht alle Spezialbehandlungen durchführen können. Damit verbessere sich die Behandlung sämtlicher neurovaskulärer Erkrankungen, nicht nur der Schlaganfälle, bilanzierte Professor Busse.

Professor Audebert aus Berlin präsentierte auf der Pressekonferenz die Ergebnisse einer Studie mit einem neu entwickelten und ausgestatteten Stroke-Einsatz-Mobil (STEMO) vor. Das Spezial-Rettungsfahrzeug hat einen Computertomografen (CT) und ein Mini-Labor an Bord, die es dem Neurologen ermöglichen, eine rasche Diagnose zu stellen und eine Lysetherapie gegebenenfalls schon im Fahrzeug einzuleiten. Die Ergebnisse der Studie mit dem STEMO in Berlin sind überzeugend. Mit dem STEMO gelang es, die Zeit vom Notruf bis zur Behandlung von 77 auf 52 Minuten zu verkürzen. Die Behandlung sei dabei so sicher wie im Krankenhaus.

Über Depression nach Schlaganfall sprach Professor Endres, erster Vorsitzender der DSG. Der Berliner Experte betonte, dass etwa 30 Prozent der Patienten von einer Post-Stroke-Depression (PSD) betroffen seien. „Wir erforschen derzeit, welche biologischen Vorgänge im Gehirn welche psychischen Auswirkungen hervorrufen. Vermutlich ist die PSD nicht nur eine reaktive Depression, sondern die biologischen Veränderungen im Gehirn nach einem Schlaganfall führen zu einem Dominoeffekt, der sogar langfristig psychisch nachwirken kann”, erklärte Endres. Schlaganfallpatienten, bei denen eindeutig eine Post Stroke Depression diagnostiziert wird, werden heute medikamentös mit modernen Antidepressiva behandelt. Die Ergebnisse neuerer Studien haben gezeigt, dass die Gabe sogenannter Serotonin-Wiederaufnahmehemmer günstig wirkt und nicht nur die Symptome der Depression verbessert, sondern auch die körperliche Rehabilitation der Patienten positiv beeinflusst.

Dr. rer. nat. Michael Brinkmeier, Geschäftsleiter der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, stellte das Case Management Modell der Stiftung vor, bei dem sogenannte Schlaganfall-Lotsen zum Einsatz kommen. Der Lotse oder die Lotsin steht den Patienten und deren Angehörigen bis zu 1,5 Jahre als Ansprechpartner und Berater zur Verfügung. Dies vermeide Reibungsverluste, spende Patienten und Angehörigen Orientierung, stärke deutlich die Therapietreue und sichere somit wesentlich den Behandlungserfolg. Die Erfahrungen der ersten beiden Schlaganfall-Lotsen in Gütersloh und Dresden bestätigten diese Annahmen.

Quelle: Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG)

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